Lego erzielt wieder Gewinne

19. März 2002, 19:35
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"Rückbesinnung auf ursprüngliche Lego-Philosophie" brachte die Wende zum Positiven - Umsatz stieg um dreizehn Prozent

Billund - Der dänische Spielwarenkonzern Lego hat nach mehrjähriger Talfahrt mit den klassischen "Lego-Steinen" sowie modernen Varianten wie "Lego Harry Potter" wieder Gewinne erwirtschaftet. Nach einem Verlust von einer Milliarde Kronen im Jahr davor wies Lego 2001 einen Gewinn vor Steuern von 530 Mill. Kronen (71,3 Mill. Euro) aus. Das teilte das Familienunternehmen am Dienstag in Billund in Jütland mit. Der Umsatz kletterte um knapp 13 Prozent auf 10,7 Mrd. Kronen. Besonders hoch waren die Wachstumsraten in den USA.

"Heute haben wir ein besser strukturiertes Unternehmen", erklärte Unternehmenschef Kjeld Kirk Kristiansen. Lego erwartet noch bessere Ergebnisse für das laufende Jahr, nannte aber keine Zahlen.

Rückbesinnung

Die positive Entwicklung führte Konzern-Vizechef Poul Plougmann vor allem auf eine "Rückbesinnung auf die ursprüngliche Lego-Philosophie" zurück. "Wir haben es zeitweise ein bisschen zu eilig damit gehabt, von den Bauklötzen wegzukommen", sagte er mit Blick auf die wachsende Konkurrenz durch Computer-Spiele. Seit Mitte der neunziger Jahre hatte Computer-Spielzeug den Lego-Bausteinen Marktanteile abgejagt.

Vor diesem Hintergrund baute das Unternehmen 2001 erstmals seit seiner Gründung 1932 mit Entlassungen kräftig Personal ab. Die "durchgreifenden Änderungen im Unternehmen in Bereichen wie Produktion, Steuerung und Produktionsprogramm" seien weitgehend abgeschlossen, hieß es. Weitere Entlassungen könnten aber auch in diesem Jahr nicht ausgeschlossen werden. Weltweit beschäftigt Lego noch 7.250 Mitarbeiter gegenüber der Höchstzahl von 8.700 Ende der neunziger Jahre.

Vergnügungsparks schreiben rote Zahlen

Die Lego-Vergnügungsparks schrieben erneut rote Zahlen, die aber niedriger ausfielen als 2000. Mitte Mai soll der vierte und bisher größte Park im bayerischen Günzburg eröffnet werden. Plougmann erklärte, die alleinige Lego-Inhaberin, die Familie Kristiansen, habe bei diesen Aktivitäten bisher "sehr geduldiges Geld" investiert. Im nächsten Jahr rechne er mit schwarzen Zahlen. Lego-Parks werden auch in Dänemark, Großbritannien und den USA betrieben. Pläne für einen fünften Park in Japan sind bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Als nicht der Börse notiertes Familienunternehmen ist Lego aber nur beschränkt rechenschaftspflichtig und veröffentlicht nur ausgewählte Zahlen zur Entwicklung des stark verschachtelten Unternehmens. (APA/dpa)

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