Niedermeyer Augenoptik ringt um Zwangsausgleich

19. März 2002, 14:10
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20 prozentige Quote geboten

Wien - Die seit Jahresanfang in Konkurs befindliche Niedermeyer Augenoptik GmbH hat beim Handelsgericht Wien nun Zwangsausgleich beantragt. Den rund 180 Gläubigern wird die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent - zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme - angeboten, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Dienstag nach der Prüfungstagsatzung mit. Ein Termin für die Abstimmung der Gläubiger über den Zwangsausgleich ist noch offen. Die insolvente Wiener Augenoptik-Kette, deren - anerkannte - Schulden der KSV mit 4,5 Mill. Euro beziffert, wird derzeit unter der Aufsicht von Masseverwalter Walter Kainz an 40 Standorten mit 141 Beschäftigten fortgeführt.

Laut KSV rechnet die Niedermeyer Augenoptik GmbH damit, dass für die Finanzierung des Zwangsausgleichs inklusive der Verbindlichkeiten, die nach der Konkurseröffnung entstanden sind, 1,43 Mill. Euro erforderlich sind. Durch erwartete Rückstehungserklärungen einzelner Großgläubiger sollte sich dieser Finanzierungsbedarf jedoch auf rund 956.000 Euro verringern.

Interessenten für Anteil Christian Niedermayers

Wie der KSV weiter berichtete, werde derzeit mit einem Interessenten über die Übernahme des 45-Prozent-Stammanteils verhandelt, der von der Christian Niedermeyer Privatstiftung an der Niedermeyer Augenoptik GmbH gehalten wird. Mit frischem Kapital soll dann der über den Zwangsausgleich eingeleitete Sanierungskurs weitergefahren werden. Voraussetzung dafür, so der KSV, sei freilich, dass die Gläubiger dem Zwangsausgleich zustimmen. Ein Status, der die Aktiva aufschlüsselt, fehle noch.

Die Niedermeyer Augenoptik GmbH war zu Beginn 2001 von Christian Niedermeyer und Klaus Richter aus der Elektro- und Fotohandelskette Niedermeyer GmbH, die im Besitz des Mobilfunkbetreibers max.mobil steht und mit der Insolvenz nichts zu tun hat, herausgekauft worden. (APA)

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