Hirnforschungszentrum mit europaweit erstem Sieben-Tesla- Kernspintomograph

21. März 2002, 10:34
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Magdeburg - Magdeburg soll zu einem der bedeutendsten Zentren der Hirnforschung in Europa ausgebaut werden. Weit mehr als zehn Millionen Euro aus Fördermitteln der EU, des Bundes sowie des Landes Sachsen-Anhalt werden dafür in den nächsten Jahren bereitgestellt, wie Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, am Dienstag mitteilte.

Zu den wichtigsten Investitionen zählt ein Kernspintomograph mit sieben Tesla Feldstärke, der im kommenden Jahr ans Netz gehen soll, wie Henning Scheich, Direktor des Leibniz-Institutes für Neurobiologie in Magdeburg, ergänzte. Zwei ähnliche Hochleistungsgeräte gebe es bislang lediglich in den USA. Wir beginnen eine "Goldgräberzeit im menschlichen Gehirn", sagte der Wissenschafter.

Sieben Tesla Feldstärke entsprechen den Angaben zufolge dem 70.000-Fachen des Erdmagnetfeldes. Damit sei es möglich, auch schwächere Signale des Gehirns zu erfassen. Durch den Schädel hindurch könnten so viele Substanzen gleichzeitig sichtbar gemacht werden, dass der Hirnstoffwechsel im Detail verfolgt werden könne. In der Folge ließen sich Fehlstörungen identifizieren und neue Therapien entwickeln, etwa bei Schlaganfall, Hirnverletzungen, Epilepsie, Alzheimer sowie Schizophrenie und Depressionen.

Vor allem untersucht soll in Magdeburg untersucht werden, wie das Hirn Leistungen und Wahrnehmungen, die Kontrolle der Handlungen und Emotionen sowie das Verhältnis von Intelligenz und Emotionen realisiert, erklärte Projekt-Koordinator Hans-Jochen Heinze, Direktor der Uni-Klinik für Neurologie II. Die neue Technik ermögliche es, die Arbeit von Nervenzellen und ihre Störungen in jedem Winkel des Gehirns berührungslos und ohne schädliche Nebenwirkungen zu beobachten. (APA)

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