Mittelmeerländer brauchen 40 Millionen neue Arbeitsplätze

19. März 2002, 13:33
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Wachstum mit drei Prozent unzureichend, notwendig wären mindestens sechs Prozent

Toledo/Wien - Rund 40 Millionen neue Arbeitsplätze benötigen die Mittelmeerländer in den nächsten Jahren, um ihrem Bevölkerungszuwachs gerecht zu werden. Die derzeitige Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 3 Prozent reiche dafür aber bei weitem nicht, notwendig wären 6 bis 7 Prozent. Das sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) anlässlich der zweiten Euro-Med-Konferenz der EU-Handelsminister im spanischen Toledo zur APA.

An dem Treffen, das heute Dienstag im Anschluss an die gestrige EU-Handelsministerkonferenz stattfindet, nehmen neben den EU-15 auch die Handelsminister der Mittelmeerländer außerhalb der EU teil. Außer EU-Beitrittskandidaten wie Zypern, Malta und Türkei sitzen am selben Verhandlungstisch auch die Handelsminister aus der Nahost-Krisenregion, Israel und Palästina, dazu noch Vertreter des europäischen Industrie- und Arbeitgeberdachverbandes UNICE und einer Business Community. Mit allen 12 Ländern der Mittelmeer-Partnerschaft hat die EU Assoziierungsabkommen abgeschlossen, außer mit Syrien, das noch heuer folgen soll.

Interregionaler Handel macht nur 5 Prozent aus

Der interregionale Handel der Mittelmeerländer macht nur 5 Prozent ihres gesamten Außenhandels aus. Der große Rest wird mit der EU und den USA abgewickelt. Bis zum Jahr 2010 soll aus der Mittelmeer-Partnerschaft der EU eine gemeinsame Freihandelszone werden.

Zum Unterschied vom EU-Gipfel Ende vergangener Woche in Barcelona ist die EU-Handelsministerkonferenz in Toledo nicht von Protestdemonstrationen begleitet. "Die Demonstranten haben offenbar nicht von Barcelona nach Toledo gefunden", sagte Bartenstein.(APA)

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    Foto: Andalusische Landschaft

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