"Antonio B. Pinardan" - Ein Fall für Interpol

20. März 2002, 20:40
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Auch Münchner Justiz erörtert Potenz eines Angora-Katers - Aber "Antonio B. Pinardan" bleibt verschwunden

Ein Gutachten über Potenz und Wert eines türkischen Angora-Katers hat die Staatsanwaltschaft München I eingeholt. Bei dem Tier mit dem Namen "Antonio B. Pinardan" handele es sich offenbar um den letzten zeugungsfähigen Kater seiner Rasse, teilte der zuständige Staatsanwalt Klaus Ruhland am Dienstag in München mit. Eine Münchner Tierhändlerin soll "Toni" in England gestohlen und weiterverkauft haben. Der Fall hatte in britischen Medien für Aufsehen gesorgt, dort war der Wert des Vierbeiners mit bis zu 400.000 Euro angegeben worden.

Verbleib der Katze ungeklärt

Die Ermittlungen und das Gutachten waren schwierig, weil der Verbleib des Katers nicht geklärt werden konnte. Der Gutachter machte deutlich, dass deshalb die für den Wert des Tieres wichtige Frage seiner Potenz nicht beantwortet werden könne. Der Experte setzte den Wert von "Toni" zurückhaltend mit 500 Euro an. Liebhaber aber würden nach seinen Worten sicher viel mehr bezahlen.

Die 35 Jahre alte Händlerin hatte das Tier 1999 für 1.200 Mark (614 Euro) nach England verkauft. Als im Zoo von Ankara die letzten anderen Kater dieser Rasse einer angeblich Aids-ähnlichen Epidemie erlagen, bemühte die Frau sich vergeblich, "Toni" zurückzukaufen. Dessen Besitzer in England hatte sie einmal sogar in seinem Garten überrascht und fortgejagt. In den Fall, der demnächst vor dem Amtsgericht München verhandelt wird, war auch Interpol London eingeschaltet. (APA/dpa)

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