Tschechien erlässt Gesetz gegen Lichtverschmutzung

20. März 2002, 11:26
posten

Ähnliche Lösung auch für Österreich wünschenswert

Wien - Voll Freude vermeldet die Amerikanische Astronomische Gesellschaft am Dienstag, dass Tschechien als erstes Land ein Gesetz gegen die so genannte Lichtverschmutzung erlassen hat. Sterngucker haben nämlich immer öfter Probleme, mit ihren hochsensiblen Teleskopen und Instrumenten durch die von künstlichen Lichtquellen erhellte Atmospäre zu blicken. Besonders gefürchtet sind Straßenbeleuchtungen und so genannte Sky-Beamer, wie sie etwa bei Musik- oder Tanzveranstaltungen verwendet werden.

Es ist ein Effekt wie im Nebel. Je stärker man etwa mit den Autoscheinwerfern hineinleuchtet, desto weniger sieht man. Für jeden sichtbar ist die Lichtverschmutzung auch, wenn man sich in der Nacht aus der Ferne einer Großstadt nähert, wenn der Lichtschein bereits lange vor den ersten Häusern sichtbar wird.

Im neuen tschechischen Gesetz wird definiert, dass Lichtverschmutzung jede Art von Beleuchtung durch künstliches Licht ist, die außerhalb des Areals scheint, wofür sie gedacht ist - speziell wenn die Beleuchtung über den Horizont hinaus geht. Oder anders ausgedrückt: Eine Straßenlaterne soll ein bestimmtes Stück Straße erhellen, aber sonst nichts. Die neue Regelung verpflichtet Organisationen und Bürger, Lichtverschmutzung zu verhindern. Zuwiderhandlungen können mit bis zu 150.000 Tschechischen Kronen (4.754 Euro) bestraft werden.

Thomas Posch vom Institut für Astronomie der Universität begrüßte die neuen Regelungen in Tschechien. Ähnliches sei auch für Österreich wünschenswert, letztendlich sollte es aber EU-weite Normen geben, sagte der Astronom gegenüber der APA. Hier sei bereits einiges in Vorbereitung, die Umsetzung würde aber sicher noch einige Jahre dauern.

Posch betonte, dass von einer Limitierung der Lichtverschmutzung niemand einen Nachteil habe. Ganz im Gegenteil, könne dies sogar ein Beitrag zur Einsparung von Energie sein. Außerdem würden durch Sky-Beamer und Ahnliches nicht nur Astronomen, sondern etwa auch Zugvögel und Insekten gestört. (APA)

Share if you care.