Telekom geht Kunden keilen

20. März 2002, 14:00
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53 Prozent Festnetzmarktanteil angepeilt - Telekom Austria ab Mitte Juni wieder Dachmarke

Die Telekom Austria (TA) setzt im Kampf um die Telefonkunden künftig auf härtere Mittel. Der "Direktvertrieb" soll forciert werden. Call-Center-Mitarbeiter sollen künftig gezielt abgewanderte Kunden anrufen und zurückgewinnen, die Bindung bestehender Kunden soll erhöht werden. Geplant ist außerdem eine neue Werbekampagne, mit der speziell die Preise beworben werden sollen. Zumindest für die derzeit rund 200.000 Tiktak-Kunden soll telefonieren vom Festnetz zur TA-Mobilfunktochter A1 in der Freizeit um 17 Prozent billiger werden.

"Wir haben dem Mitbewerb zulange zugeschaut"

Die Marktanteile im Festnetz - Ende 2001 noch 56,2 Prozent - sollen durch die neue Marktoffensive mittelfristig auf 52 bis 53 Prozent stabilisiert werden, sagte TA-Vorstand Rudolf Fischer am Dienstag vor Journalisten. "Wir haben dem Mitbewerb zulange zugeschaut. Jetzt werden wir bei der Telekom Austria gleiche oder ähnliche Marketingmethoden einführen", meint Fischer, der seit drei Monaten außer für Technik auch für Marketing zuständig ist. Insgesamt investiert die TA heuer 25 Mill. Euro in die Werbung.

"Jet2Web" wird abgeschafft

Bei ihrem öffentlichen Auftritt setzt die Telekom Austria wieder auf alte Werte. Die Ende Juni 2000 eingeführte Dachmarke "Jet2Web" wird abgeschafft. Bis Mitte Juni wird "Telekom Austria" wieder als Konzernmarke eingeführt, so Fischer. Ein neues Logo ist bereits ausgeschrieben, erste Präsentationen sind diese Woche angesetzt. Die Einreichfrist endet Mitte April, danach wird es eine Shortlist von drei Bewerbern geben.

ADSL-Kunden-Zahl soll verdoppelt werden

"Jet2Web" soll künftig nur noch als Marke im Internetbereich bestehen bleiben. Dort setzt die Telekom Austria weiterhin auf Breitband, den schnellen Internetzugang. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der ADSL-Kunden auf 200.000 verdoppelt werden. Die Verfügbarkeit von ADSL soll bis April 2002 durch die Erschließung 60 neuer Orte mit einer Investitionssumme von 5,8 Mill. Euro auf 80 Prozent bzw. 2,5 Mill. Haushalte erhöht werden.

Die Errichtungszeiten für ADSL-Anschlüsse sollen von zwei bis drei Wochen auf neun Tage bis Mitte des Jahres und weiter auf sieben Tage bis Ende 2002 verkürzt werden, sagt Fischer.

Außerdem kommt die TA im April mit einem neuen ADSL-Angebot auf den Mark, bei dem das vielkritisierte Downloadlimit weitgehend abgeschafft wird. Für zusätzlich 8,38 Euro pro Monat wird das Downloadvolumen auf 4 Gigabyte erhöht. Zusätzliche Gebühren für jedes weitere Megabyte wird es bei dem neuen Tarif nicht geben. Die Telekom Austria setzt auf das "Fair Use"-Prinzip und wird den Kunden lediglich schriftlich verständigen, dass er sein Volumen überschritten hat.(APA)

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