Mensch-Maschine-Interface

19. März 2002, 13:18
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"(Co)Operating Systems" will im MAK Wege zu neuen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine aufzeigen

Wien - MAK-Direktor Peter Noever wurde zum System-Input. Seine Silhouette waberte in vielen Farben über eine Leinwand in der MAK-Studiensammlung Möbel, seine Worte über die ab Mittwoch zugängliche Mediendesign-Installation "(Co)Operating Systems" ließ neue Soundflächen und Computersounds entstehen. Denn das von Nofrontiere in Kooperation mit Siemens im MAK installierte intuitive Mensch-Maschine-Interface verarbeitet die Bewegungen und Geräusche des sich vor Lichtwänden verrenkenden MAK-Publikums, dessen Position Noever zu Präsentationszwecken heute einnahm, zu interaktiven Licht- und Sound-Montagen.

Experiment

Drei über das Erdgeschoß des MAK verteilte, beleuchtete Wände, die zum Teil mit Gucklöchern in Kniehöhe und dahinter verborgenen Texten für optisch möglichst interessante Körperhaltungen des davor stehenden Publikums sorgen sollen, übermitteln über ein Funk-LAN die Körperumrisse des Publikums an eine Computer-Workstation. Diese errechnet daraus in Fast-Echtzeit bunte bewegte Bilder und projiziert diese auf besagte Leinwand im Kellergeschoß. Dort kann sich das geneigte Publikum dann selbst als Computerbild begutachten und, durch Stampfen, Klatschen, Pfeifen oder Ähnliches, auch auf die vom Komponisten Rupert Huber entwickelte Soundgestaltung Einfluss nehmen. "Was den Designanspruch und die Kunst verbindet, ist das Experiment", meinte Noever und schuf damit, wenn nichts anderes, dann neue Klangwelten.

Im Hauptraum der Installation ist die vierte, größte Lichtwand aufgestellt. Szadeczky betonte, dass hinter dem scheinbar einfachen Konzept eine "sehr sehr aufwändige Softwarekomposition" stecke. Ziel des Projekts sei, Wege zu neuen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine aufzuzeigen, um beispielsweise vom "Tippen auf einem fettigem, verklebten Touch-Screen" wegzukommen. Szadeczkys Visionen umfassen unter anderem die Installation ähnlicher Projekte "im wirklich öffentlichen Raum. Zum Beispiel auf einem Pissoir".

Die generierten Bilder sollen auszugsweise gespeichert und auf der Nofrontiere-Homepage abrufbar gemacht werden. Die Installation wird Dienstag (20 Uhr), eröffnet, im Anschluss gibt es eine MAK-Nite mit Beteiligung von Nofrontiere. Die von Heidemarie Caltik kuratierte Ausstellung ist die erste Ausgabe der vom MAK-Design-Info-Pool initiierten Design Showcases 2002. (APA)

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