Glitzermode contra Film-Trophäe

23. März 2002, 23:05
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Glitzernde Eigenwerbung auf dem roten Teppich: Modeshow bei den Oscars! Wer stilistisch daneben greift, hat schlechte Karten für den Rest des Jahres.

Gewagte Kurven und Einblicke, extravagante Frisuren und glitzernder Schmuck werden auch diesmal wieder auf dem roten Teppich zu sehen sein, wenn am 24. März in Los Angeles die Oscars vergeben werden. Welche Raffinessen Top-Designer wie Chanel, Yves Saint Laurent, Oscar de la Renta oder Versace entwerfen, um die Stars und sich selbst zum Gespräch von ganz Hollywood zu machen, kann manchmal wichtiger sein als die Film-Trophäe selbst.

Schauspielerinnen, die an diesem Abend stilistisch daneben greifen, haben schlechte Karten für den Rest des Jahres. Den Fauxpas im vergangenen Jahr beging die isländische Sängerin Björk, als sie im Schwanenkostüm auftauchte. "Unmöglich" urteilten die konservativen Stylisten und zitierten sie immer wieder gern als abschreckendes Beispiel an.

Ausweiskontrolle für Stars

Bevor die Stars, wie Nicole Kidman und Sternchen am kommenden Sonntag über den roten Teppich schreiten, müssen sie erst mal ihren Ausweis vorzeigen: Denn die diesjährigen Golden-Globe-Verleihungen finden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Vom Diktat befreit

Modische Zurückhaltung aus Respekt für die Opfer der Terroranschläge wie noch bei den "Emmys" im November, als die Veranstalter um "elegante Geschäftsgarderobe" baten, ist jedoch vorbei. Spätestens seit den "Golden Globes" im Januar, wo Nicole Kidman im hochgeschlitzten schulterfreien Abendkleid auftrat, fühlte sich die Glamour-Welt vom Diktat befreit: "Sie wollen alle atemberaubend aussehen und das werden sie auch", versprach Designer Mark Badgley vom Modeteam Badgley Mischka, das Stars wie Jennifer Lopez und Julie Christie in edle Stoffe hüllt. Auch die für einen Oscar nominierte Halle Berry gehört zu seinen Kundinnen.

Spektakuläre Entwürfe

"Es ist Zeit für viel Fantasie", befindet der Hollywood-Stylist Cary Fetman, der Stars wie Heather Locklear, Sting und Julia Louis- Dreyfus berät. Er sagt für die Oscar-Gala sogar auffallende Abendkleider im "Cinderella-Stil" voraus, wie das Magazin "People" zu berichten wußte. Zwei spektakuläre Entwürfe sind bereits im Gespräch: Das Fünf-Millionen-Dollar-Kleid (5,68 Millionen Euro) der Designerin Anne Bowen und die Pumps von Stuart Weitzman im Wert von einer Million Dollar. Beide Stücke sind mit wertvollen Diamanten besetzt. Bisher steht noch nicht fest, wer darin glänzen darf.

Für alle andern gilt: Um aufzufallen, müssen die Damen in diesem Jahr zu Beinkleidern greifen. Das jedenfalls ist der Tipp, den Fetman seinen Klientinnen gibt: "Jemand mit einem sehr sicheren Händchen für Stil kann Hosen tragen. Vielleicht gibt es auch einen, der sich traut Cocktail-Länge zu präsentieren. Alles, was gegen die strikte Oscar- Regel vom langen Abendkleid geht, wird Furore machen". Auch seine Kollegin, die Stilberaterin Rachel Zoe Rosensweig, erwartet kürzere Längen und Kleider im "Audrey Hepburn Stil". Modischer Fauxpas sind nach Rosensweigs Meinung hauchdünne Stoffe mit viel Durchblick, das solle man sich für die MTV-Preisverleihung aufheben. Mit einem Schwan um den Hals wird wohl sowieso keine mehr auftauchen.

Kunst-Shirt statt weißem Hemd

Kaum beachtet werden übrigens die Herren auf dem roten Teppich, denn sie tragen fast ausschließlich Uniform: einen gut geschnittenen Smoking. So galt es schon als erfrischende Ausnahme, als Jack Nicholson 1972 ein buntes Kunst-Shirt statt des weißen Hemds unter seinem Frack trug.

APA/kath

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