MobilCom und France Télécom gehen in nächste Aufsichtsratsrunde

20. März 2002, 10:30
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Ordentliche Aufsichtsratssitzung am Mittwoch

Die Auseinandersetzung der deutschen Telefongesellschaft Mobilkom mit ihrem französischen Großaktionär France Telekom geht in die nächste Runde. Am Mittwoch kommen die Anteilseigner zu einer ordentlichen Aufsichtsratssitzung zusammen. Zu den Themen der Sitzung wollte sich ein MobilCom-Sprecher am Dienstag nicht äußern und verwies auf die Vertraulichkeit. Spätestens am Donnerstag wird die Öffentlichkeit erfahren, wie es um die Partnerschaft der beiden Unternehmen bestellt ist. Bei den Bilanzpräsentationen von MobilCom in Hamburg und France Télécom in Paris werden dazu Einzelheiten erwartet.

Streit um UMTS

MobilCom und France Télécom, die 28,5 Prozent an dem im schleswig- holsteinischen Büdelsdorf beheimatetet Unternehmen hält, streiten seit Wochen öffentlich über die UMTS-Finanzierung und die Auslegung ihrer Vereinbarungen. Zudem geht es um den Kauf von vier Millionen Aktien durch Sybille Schmid-Sindram, der Ehefrau des MobilCom- Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmid. Bei einer vorherigen Aufsichtsratssitzung hatten sich die Unternehmen darauf geeinigt, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO ein Gutachten zu dem Aktienerwerb erarbeitet.

Situation entspannt

Bei dem Treffen hatte sich die Situation zwischen MobilCom und France Télécom entspannt. Es waren einvernehmlich Lösungsvorschläge für strittige Fragen erarbeitet worden, ohne dass dazu Einzelheiten bekannt wurden. Die Fronten hatten sich zuvor bezüglich der Investitionen in das neue UMTS-Handynetz, des aktuellen Geschäftsplans und der Auslegung des Rahmenabkommens verhärtet. So wollen die Franzosen angesichts ihrer eigenen hohen Verschuldung das Engagement in Deutschland gern etwas abbremsen und die UMTS-Investitionen strecken. MobilCom-Chef Schmid beharrt auf vertragliche Verpflichtungen, auch wenn er nicht mehr unbedingt als erster UMTS in Deutschland anbieten will. Allerdings will er sich beim aktuellen Geschäftsplan nicht von den Franzosen hereinreden lassen, was aus seiner Sicht auch vertraglich nicht so vorgesehen ist.(APA/dpa)

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