ÖH erwartet sinkende Akzeptanz der Lehrenden

19. März 2002, 12:32
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Weinberger: Demokratisches System dauert vielleicht länger, gewählte Organe werden aber eher akzeptiert

Wien - Die Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), Anita Weinberger, vermutet, dass durch das neue Universitäts-Gesetz die Akzeptanz und Integration von Professoren sowie des Rektors sinken wird. Derzeit seien ÖH und Mittelbau in die Berufung von Professoren eingebunden, bei Habilitationen käme den Studentenvertretern sogar eine Sperrminorität zu. "Die Akzeptanz der Lehrenden ist durch das derzeitige System besser gegeben," betonte Weinberger.

Gleiches gelte für den Rektor, der nach geltendem Recht von der Universitätsversammlung (in der Professoren, Mittelbau, Studenten und nichtwissenschaftliches Personal in gleicher Stärke vertreten sind, Anm.) gewählt wird. Kandidaten hätten sich bisher mit den verschiedenen Uni-Gruppen zusammengesetzt und diskutiert, um für ihre Wahl zu werben. Nach den Plänen im neuen Gesetz werde der Rektor hingegen vom Uni-Rat bestimmt und müsse sich daher nicht mehr den einzelnen Gruppen stellen. "Das demokratische System dauert vielleicht etwas länger, bringt aber sicher eine höhere Akzeptanz der Organe mit sich", so Weinberger.

Durch das neue Gesetz sieht Weinberger auch die Qualität der Studienpläne beeinträchtigt. Derzeit würden diese zunächst in der aus Fachvertretern gebildeten Studienkommission geplant. Anschließend hole man Gutachten sowie Stellungnahmen der anderen Uni-Ebenen ein. Laut dem nun vorliegenden Gesetzesentwurf lägen aber sämtliche Änderungen in der Zuständigkeit des zwölf- bis 24-köpfigen Senats. Die darin vertretenen Personen könnten gar nicht die gleiche Kompetenz haben wie die Personen in den Studienkommissionen, die sich ja auf das jeweilige Fach spezialisiert hätten. (APA)

  • Anita Weinberger - Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft, Grüne und Alternative SudentInnen
    foto: standard/cremer

    Anita Weinberger - Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft, Grüne und Alternative SudentInnen

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