Implantat mit lebenden menschlichen Zellen gibt Blutwachstumshormon EPO ab

19. März 2002, 11:33
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Neuentwicklung der ETH Lausanne im klinischen Test - Mögliche Zelltherapie gegen Blutarmut

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Lausanne - Forscher der ETH Lausanne (EPFL) testen ein Implantat, das lebende menschliche Zellen enthält, die das Blutwachstumshormon Erythropoietin (EPO) abgeben. Damit könnten Patienten mit schwerer Blutarmut die wöchentlich bis zu drei Injektionen erspart bleiben, mit denen sie bisher das Hormon erhalten. Auf eine EPO-Behandlung sind speziell Patienten mit Nierenversagen und viele Kranke mit Krebs angewiesen.

Das Implantat hat zwei Formen, wie der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) am Dienstag mitteilte. Es handelt sich entweder um eine Röhre mit einem halben Millimeter Durchmesser und ein bis drei Zentimeter Länge, oder um eine kleine Scheibe mit ein bis zwei Zentimeter Durchmesser. Das Implantat wurde im Rahmen des SNF-Forschungsprogramms 46 (Implanmtate und Transplantate) entwickelt. Es wird beim örtlich betäubten Patienten unter der Haut eingesetzt. Der Arzt öffnet die Haut mit einem Schnitt und näht sie anschließend wieder zu. Der Eingriff dauert rund fünf Minuten, wie es in der Mitteilung vom Dienstag hieß.

Gentechnisch manipulierte Zellen

In dem Implantat befinden sich rund zwei Millionen lebende menschliche Zellen, denen ein Gen für die Produktion von humanem EPO eingepflanzt wurde. Das Hormon EPO regt die Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark an. Die Zellen wurden gentechnisch so manipuliert, dass sie sich unendlich oft teilen können, ohne Krebs auszulösen. Ein eingepflanztes Sicherheitsgen soll dafür sorgen, dass die Zellen zerstört werden, wenn sie aus dem Implantat entweichen.

Die Poren der Außnhülle des Implantats sind so dimensioniert, dass EPO hinaus- und Sauerstoff und Nährstoffe hinein gelangen können. Zellen und Abwehrstoffe des Empfängers können jedoch nicht in das Implantat gelangen, um die EPO-Zellen zu zerstören. Die Technik wurde von Forschern der EPFL entwickelt. (APA)

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