Ein "kleines Jubiläum"

19. März 2002, 11:08
1 Posting

Seit fünf Jahren findet das Filmfestival in Graz statt

Graz - In der Grazer Oper fand am Montag Abend die Eröffnung der "Diagonale 2002" statt. Das Festival geht zum fünften Mal in der steirischen Landeshauptstadt über die Bühne. "Was zu Beginn ein Pakt zwischen Optimisten war, ist eine von allen Seiten vorangetriebene Kooperation geworden", so die Intendanten Christine Dollhofer und Constantin Wulff. Eröffnet wurde das Festival mit dem Film "Gebürtig" von Robert Schindel und Lukas Stepanik. Vier der Hauptdarsteller waren bei der Premiere anwesend.

Die richtige Fragestellung

Die "Diagonale" feiert in Graz ein "kleines, feines Jubiläum", so Constantin Wulff zu Beginn. Seit fünf Jahren findet das Filmfestival hier statt, vor genau 25 Jahren gab es die ersten Österreichischen Filmtage. "Was an der Diagonale zählt, ist Qualität. Uns interessiert die richtige Fragestellung", umriss Dollhofer das Programm. Die beiden Intendanten versäumten auch nicht auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, in denen der österreichische Film "nach wie vor steckt". Sie orteten eine "Stagnation und Tatenlosigkeit der Filmförderung".

"Kinogier"

Kathrin Röggla, die Salzburger Schriftstellerin, hielt die Eröffnungsrede. Die "Kinogier", so Röggla, resultiere daraus "weil wir verrückt danach sind, etwas zu erfahren, und nicht irgendetwas, wir wollen wissen, was los ist, und das ist gar nicht so einfach, denn wir leben in einer Zeit, die bestimmt ist von dem Gefühl eines gewaltigen Realitätsverlustes und dem daraus resultierenden Hunger nach dem 'wirklichen Leben' ". Zur aktuellen Situation meinte die Schriftstellerin: "Wenn wir Glück haben wird möglicherweise der Blick frei für die Lage, in der wir keinen Meter mehr haben, aber doch vorankommen müssen: unsere gegenwärtige Situation."

Wütend

Bei der Filmpremiere anwesend waren nicht nur Regisseur und Buchautor Robert Schindel und Regisseur Lukas Stepanik, sondern auch die Schauspieler Peter Simonischek, Ruth Rieser, Katja Weitzenböck und August Zirner. Lukas Stepanik kritisierte ebenfalls die Filmförderungspolitik: "Es macht mich wütend, dass zu einem Zeitpunkt, wo der österreichische Film plötzlich sein Publikum findet, die Gefahr der Austrocknung besteht".

Share if you care.