NachfolgerIn für Görg gesucht

19. März 2002, 20:03
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Wiener ÖVP setzt zwölfköpfiges Wahlvorschlagskomitee ein

Wien - In der Wiener ÖVP setzt man nach dem Sturm der vergangenen Tage jetzt wieder auf Beruhigung. Der Parteivorstand hat Dienstag nachmittag eine zwölfköpfige Wahlvorschlagskommission eingesetzt. Diese soll bis zu einem Parteitag, der am 14. oder 15. Juni stattfinden soll, eine Kandidatin oder einen Kandidaten finden. Namen wurden nach der Sitzung nicht genannt. Die Stimmung wurde von allen Sitzungsteilnehmern als "gut" beschrieben.

Namensnennungen soll es bis zur endgültigen Festlegung auch weiter nicht geben, zumindest wenn es nach dem Willen von Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat geht: "Ich habe eindringlich alle gebeten, von Namensnennungen abzusehen und wirklich Disziplin zu bewahren." Zu den Diskussionen der vergangenen Woche meinte sie: "Derartige Diskussionen sind nie gut für die Partei und darum hoffe ich, dass sie jetzt vorbei sind."

Der Döblinger Bezirksvorsteher "Adi" Tiller, meinte: "Niemand hat eine Kopfwäsche bekommen, weil das bei der ÖVP nicht üblich ist." Die positive Stimmung in der Vorstandssitzung sei auch ein Verdienst des scheidenden Parteiobmannes Bernhard Görg, der eine "gentleman-like Vorstellung" gegeben habe. Tiller, der Görg nachdrücklich den Rücktritt nahe gelegt hatte, weiter: "Und daher sage ich jetzt auch offiziell: Danke vielmals für die zehn Jahre, die er für die Wiener ÖVP gearbeitet hat."

Alexander Neuhuber, der die Gegner Görgs scharf kritisiert hatte, sprach von einer "amikalen, angenehmen, unspektakulären" Sitzung. Man habe vor allem über die Zukunft der Partei gesprochen. Gemeinderat Gerhard Pfeiffer, der wiederum Neuhuber scharf attackiert hatte, attestierte seiner Partei "fast eine Aufbruchstimmung". Die von ihm kritisierte Gruppe der "jungen Wilden" habe sich "eingefunden in eine echte Harmonie".

Der Wahlvorschlagskommission sollen die Obleute der sechs Bünde sowie sechs Bezirksparteiobleute angehören. Letzte müssen von den insgesamt 23 Bezirksobleuten noch bestimmt werden. (APA)

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