Attac: "Nichts als heiße Luft"

18. März 2002, 20:26
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Globalisierungskritiker und Kinderhilfswerk Terre-des-Hommes kritisieren "Monterrey-Konsens"

Monterrey - Anlässlich der Eröffnung der ersten UNO-Konferenz zur Entwicklungsfinanzierung am Montag in Nordmexiko haben das Kinderhilfswerk Terre des Hommes und die Globalisierungskritiker von Attac die bereits vorab vereinbarte Schlusserklärung, den "Monterrey-Konsens", kritisiert.

Terre-des-Hommes-Geschäftsführer Peter Mucke sagte, die Zusagen der beteiligten Regierungen, ihre Entwicklungshilfen in den kommenden Jahren zu erhöhen, würde bei weitem nicht ausreichen, um die "Millenniumsziele" der UNO zu erreichen. Er forderte "einen verbindlichen Zeitrahmen zur Umsetzung dieses Ziels".

Pedro Morazan vom Attac-Koordinierungskreis kritisierte, die Vereinbarung enthalte "nichts als heiße Luft" und sei "ein absolutes Armutszeugnis für die westlichen Industriestaaten". In dem Dokument fehlten verbindliche Zusagen für Schuldenstreichungen ebenso wie die Einlösung des 30 Jahre alten Versprechens, die Entwicklungshilfe endlich auf wenigstens 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu erhöhen.

Unter der Schirmherrschaft der UNO beraten bis Freitag rund 300 Minister über Strategien im Kampf gegen die weltweite Armut. Zu einer finanzpolitischen Debatte am Nachmittag (Ortszeit) wurden unter anderem der südafrikanische Finanzminister Trevor Manuel, sein belgischer Kollege sowie UNICEF-Chefin Carol Bellamy erwartet. Vertreter von Finanzministerien mehrerer Teilnehmerstaaten begannen zunächst mit Beratungen über vorbereitende Dokumente.

Die Konferenz biete eine "einzigartige Möglichkeit zum Dialog" zwischen allen betroffenen Seiten, sagte der mexikanische Außenminister Jorge Castaneda zum Auftakt der Veranstaltung. Castaneda betonte, wichtig sei nicht nur die Ende der Woche erwartete Verabschiedung der Schlusserklärung, sondern auch die Diskussionsrunden, in denen Politiker sowie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Universitäten einen freien Austausch führen sollten.

Der Verwalter des UNO-Entwicklungsprogrammes (UNDP), Mark Malloch Brown, sagte, entscheidend für den Erfolg der Konferenz sei die Integration aller Teilnehmer und die Entwicklung einer langfristigen Strategie. "Das Glas ist halb voll, nicht halb leer", fügte Brown hinzu.(APA)

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