Flüchtlingsschiff: Irrfahrt endet in sizilianischem Hafen

18. März 2002, 20:29
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Mehr als tausend Emigranten nach dramatischer Flucht vorerst gerettet

Rom - Nach einer Irrfahrt durch das Mittelmeer ist ein Flüchtlingsschiff mit mehr als 1.000 Menschen an Bord vor Sizilien gelandet. Am Montagnachmittag lief die "Monica" im Hafen von Catania ein, wie die Hafenpolizei mitteilte. Die mehrheitlich syrischen Kurden sollten zunächst in einem Sportzentrum untergebracht werden. Nach Angaben italienischer Behörden drohten die Flüchtlinge zunächst damit, "Kinder ins Meer zu werfen", als Mitglieder der italienischen Finanzpolizei an Bord kommen wollten. Erst als sie die Zusage erhielten, in italienischen Hoheitsgewässern bleiben zu dürfen, ließen sie die Uniformierten an Bord.

Das Schiff fuhr nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa unter der Flagge von Sao Tome, war aber im Südseekönigreich Tonga gemeldet. Nach Angaben aus Beirut verließ die 75 Meter lange "Monica" Anfang der Woche den Hafen von Sidon in Libanon mit Hunderten von illegalen Flüchtlingen an Bord, in der Mehrheit syrische Kurden. Die Flüchtlinge wollten "ohne Zweifel" nach Deutschland gelangen, hieß es.

Bereits am Sonntagabend war das Schiff im östlichen Mittelmeer von der französischen Marine gestoppt worden. Wie der Pressedienst von Premier Lionel Jospin am Sonntag mitteilte, kontrollierte die Fregatte "Aconit" das Schiff im südlichen Ionischen Meer. Die Marine informierte danach die italienischen Behörden.(APA/AFP)

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