Andersen und KPMG verhandeln über Fusion

19. März 2002, 11:59
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Zusammenschluss der Gesellschaften außerhalb der USA wird geprüft

Berlin/Eschborn/New York - Nach dem Enron-Debakel prüft die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen jetzt den Zusammenschluss mit dem Konkurrenten KPMG außerhalb der USA. Dies gaben die beiden Unternehmen am Montag bekannt. Arthur Andersen ist im Zusammenhang mit der Pleite des US-Energiekonzerns Enron wegen Behinderung der Justiz angeklagt worden. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Unterlagen vernichtet oder manipuliert zu haben.

Der Vorstandssprecher von KMPG Deutschland, Harald Wiedmann erklärte: "Wir sind derzeit dabei, die Möglichkeiten zu sondieren, wie unsere jeweiligen Geschäftsaktivitäten in den wichtigsten Ländern Europas, Afrikas, dem Nahen Osten sowie Kanada, Asien und Lateinamerika zusammengeführt werden können."

Der Sprecher der Geschäftsführung von Andersen Deutschland, Christoph Groß, erklärte, bei einem Zusammenschluss mit KMPG wäre das Unternehmen auch weiterhin in der Lage, seinen Mandaten ein umfassendes Dienstleistungsangebot zu machen. Beiden Seiten wollen jetzt Verhandlungen aufnehmen mit dem Ziel einer Vereinbarung zum geplanten Zusammenschluss. Vorgesehen sei, die wichtigsten nationalen Gesellschaften zusammenzuführen.

Deloitte interessiert an Andersens Steuersparte

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte Touche Tohmatsu erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, das Steuer- und Beratungsgeschäft seines angeschlagenen Konkurrenten Andersen zu übernehmen. Darin sei Andersens Wirtschaftsprüfungssparte nicht eingeschlossen, berichtet das "Wall Street Journal" (Onlineausgabe) am Dienstag unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

(APA)

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