Deutscher Energieversorger plant Telefonie über Stromnetz noch 2002

18. März 2002, 19:30
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Mannheimer MVV liefert Know-how auch nach Österreich

Das Mannheimer Energieversorgungsunternehmen MVV will über das Stromnetz künftig neben dem Zugang zum Internet auch Telefongespräche anbieten. MVV-Vorstandssprecher Roland Hartung sagte am Montag auf der Technologiemesse CeBIT in Hannover, im zweiten Halbjahr 2002 werde "mit einigen hundert Testkunden" in Mannheim ein erstes Pilotprojekt starten. Der kommerzielle Einstieg in den Markt für Telefonie über Stromnetze werde in Mannheim voraussichtlich noch im laufenden Jahr erfolgen.

Damit nehme das Unternehmen, das bereits bei der Internet-Nutzung über Stromnetze Marktführer sei, auch bei der Telefonie via Stromkabel die Rolle eines Vorreiters ein. Als Technologiepartner für das Pilotprojekt habe MVV den US-Telekom-Ausrüster Cisco gewonnen.

Ziel: eine halbe Million Kunden bis 2006

Bei der Internet-Nutzung über das Stromnetz strebt MVV bis zum Jahr 2006 in Deutschland und Österreich eine halbe Million Kunden an und will mit der Technologie einen Jahresumsatz von 50 Mill. Euro erwirtschaften. Dabei tritt MVV nicht selbst als Vertreiber auf, sondern liefert lediglich das Know-how an die Energieversorger, die Internet aus der Steckdose an ihre Kunden quasi weiterverkaufen. In Österreich arbeitet derzeit nur die niederösterreichische EVN offiziell an einem solchen Angebot.

Laut MVV liefen aber bereits 18 Pilotprojekte in den beiden Ländern. Über weitere 100 Projekte werde mit verschiedenen Stadtwerken verhandelt. In drei Städten sei der Internet-Anschluss über das Stromkabel (Powerline) bereits kommerziell am Markt. Bei dieser Technologie arbeitet MVV mit dem israelischen Unternehmen Main.net Communications zusammen.(APA/Reuters)

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