Zeithistoriker protestieren gegen neue Kommission

20. März 2002, 10:57
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Offener Brief an Kanzler Schüssel

Wien - Österreichs Zeithistoriker begehren auf. In einem offenen Brief an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel protestieren sie gegen die am Dienstag im Ministerrat anstehende Einsetzung einer Kommission für ein "Haus der Zeitgeschichte".

In diesem von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer vorgeschlagen Gremium (DER STANDARD berichtete) sei die "Einbeziehung der Zeithistoriker, die sich keineswegs durch die drei genannten Einzelpersonen vertreten und repräsentiert sehen, nicht umgesetzt", klagen unter anderem die Universitätsprofessoren Helmut Konrad, Karl Stuhlpfarrer oder Erika Weinzierl. Für Mitunterzeichner Oliver Rathkolb ist die Besetzung überhaupt ein "Affront gegen die gesamte Zeitgeschichte". Laut Gehrer sollen die beiden Historiker Stefan Karner und Manfried Rauchensteiner sowie der ehemalige Nationalratspräsident Willi Brauneder und Kurt Scholz der Gruppe angehören.

Die Zeithistoriker ersuchen nun Schüssel, die Entscheidung nochmals zu überdenken. Sie fordern einen Wahlmodus wie bei der Historikerkommission. Damals nominierten die Institute die Mitglieder des Gremiums. Die Regierung bestätigte dann die Auswahl. (pm, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. 3. 2002)

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