Wohliger Kopfschmerz

18. März 2002, 22:28
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Buster's Headache - eine Arbeit über die Arbeit der Künstlerin/des Künstlers

Toxic dreams denkt in seiner neuen Produktion ganz über die Verschlüsselung, Verstellung und Verschiebung von Wahrnehmungsmaterial nach. Im besten Sinne ergibt deshalb "Buster's Headache" ein offenes Kunstwerk, das - durchaus wohlig - zumindest Klarheitsnebel verströmt.

Was ist vonnöten? Zunächst eine Geschichte. Es sind gleich zwei: frühe Filme des genialen Buster Keaton. In "Neighbours" leidet ein junges Liebespaar an den ungalanten Gemütsäußerungen der zerstrittenen Familien. "One Week" liefert die Anleitung dafür, wie man das zur Hochzeit gelieferte Fertigteilhaus am besten nicht baut.

Wanunu zerlegt und multipliziert das Anschauungsmaterial: auf zwei Videowalls, mit drei (dem Ganzen vorwiegend gegenüber agierenden) Schauspielern, via Kopfhörer, durch welche wechselweise ein Flüsterdialog im Kino und - im Originalton - kunsttheoretische Bekundungen von u. a. Gertrude Stein, Louise Bourgeois, Marcel Duchamp zu hören sind. Die Wahrnehmungskanäle kulminieren. Wir nehmen, was wir kriegen. Danke. Nicht schlecht. (afze)

(DER STANDARD, Printausgabe vom 19.3.2002)

dietheater Konzerthaus

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