Käse als Detektorenköder

19. März 2002, 12:34
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Flugsicherheit: Großgepäckskontrolle auf Airports bis 2003

Linz - Bis zum Frühjahr 2003 sollen alle österreichischen Verkehrsflughäfen mit so genannten Großgepäcks-Kontrollsystemen ausgestattet sein. Mit den Maschinen soll das aufgegebene Gepäck auf Sprengstoff untersucht werden können, ohne dass es zu größeren Verzögerungen bei der Abwicklung kommt. Welche Anbieter zum Zug kommen, soll ein Pilotversuch am Flughafen Linz klären, der am Montag präsentiert wurde.

Die Geräte dreier Firmen stehen derzeit im Test. Rund 1000 normale Koffer werden mit präparierten Gepäckstücken, in denen sich Sprengstoff befindet, gemischt und über die Förderbänder geschickt. Die Maschinen röntgen die Reiseutensilien, die spezifische Dichte verdächtiger Inhalte wird mit einer Datenbank abgeglichen, bei Übereinstimmung mit Sprengstoff schlägt das System Alarm.

Um die Aufgabe zu erschweren, wurde in normale Koffer auch Käse und Wurst gepackt, um Aufschlüsse über die Quote der Fehlalarme zu bekommen. Seit einer Woche läuft der Test in Linz, über die ersten Ergebnisse wurde bei der Präsentation jedoch nichts verlautbart.

Drei bis vier verschiedene Maschinen werden pro Airport benötigt, die Kosten pro Gerät liegen zwischen 450.000 und zwei Mio. Euro, finanziert soll das Programm aus dem "Sicherheitsschilling" werden. Zudem müssen Gepäckabfertigungsräume adaptiert werden. Für Wien-Schwechat rechnet Vorstandsdirektor Gerhard Schmid damit, dass bis zur nächsten Ausbaustufe ein Teil des Gepäcks weiter vor dem Check-in kontrolliert werden muss. (moe, Der Standard, Printausgabe, 19.03.02)

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