87 MDR-Angestellte hatten Stasi-Kontakte

18. März 2002, 17:55
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Sechs mussten gehen

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat die Stasi-Überprüfung seiner rund 2000 Angestellten nach gut einem Jahr beendet und sich im Ergebnis von sechs Belasteten durch Kündigung oder Aufhebungsverträge getrennt. Weitere 15 fest angestellte Mitarbeiter mit Stasi-Kontakten erhielten andere Aufgaben in der fünftgrößten ARD-Anstalt, teilweise verbunden mit Rückstufungen. Diese Bilanz zogen MDR-Intendant Udo Reiter und der Vorsitzende des Personalausschusses, Willi Polte, am Montag vor dem MDR-Rundfunkrat.

Quote von vier Prozent

Der öffentlich-rechtliche Sender hatte für alle 2010 Angestellten eine Regelanfrage bei der Gauck-Behörde gestellt. In 87 Fällen wurden Hinweise auf eine Tätigkeit für die DDR-Staatssicherheit entdeckt. Das bedeutete den Angaben zufolge eine Quote von rund vier Prozent. Für zwei MDR-Angestellte wurden die Anfragen storniert, weil sie den Sender verließen.

Bis Ende Januar hatte sich nach früheren Angaben in rund drei Dutzend Fällen ein Verdacht auf eine frühere Tätigkeit als Inoffizieller Stasi-Mitarbeiter (IM) ergeben. Von mehreren stasibelasteten Rundfunk- und Fernsehmoderatoren, die freiberuflich für den Sender tätig waren, hatte sich der MDR bereits 2001 getrennt. Zu ihnen zählten Frank Liehr ("Je t'aime", "Hier ab vier") und Oliver Nix ("Einfach genial").

Reiter sagte der dpa, der Sender hätte sich von einigen weiteren stasi-belasteten Angestellten getrennt, wenn es dazu arbeitsrechtlich eine Chance gegeben hätte. (APA)

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