Premiere-Chef präsentiert Rettungsplan

19. März 2002, 09:32
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Einsteiger-Abo, Stellenabbau und weniger Geld für Filme

Ohne konkrete Fortschritte ist das Treffen von Vertretern der hoch verschuldeten Kirch-Gruppe und mehrerer Gläubiger-Banken am Sonntagabend vertagt worden. Kirch-Sprecher Hartmut Schultz sagte am Montag, es werde weitere Gespräche über die Neustrukturierung des Konzerns geben. Dienstag will Premiere-Chef Georg Kofler dem Aufsichtsrat einen Rettungsplan für den hochdefizitären Abosender präsentieren.

Das Pay-TV-Fernsehen, an dem der US-Medienunternehmer Rupert Murdoch und drei Finanzinvestoren mit zusammen 30 Prozent beteiligt sind, macht jährlich rund 800 Millionen Euro Verlust und gilt als das zentrale Problem Kirchs. Kofler will nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" einen Geschäftsplan vorstellen, mit dem er den Sender binnen zwei Jahren in die Gewinnzone führen will.

Stellenabbau, gernigeres Werbebudget, ...

Dazu gehöre ein Stellenabbau, die Halbierung des Werbebudgets und ein Einsteiger-Sportangebot für fünf Euro im Monat, um die Abonnentenzahl endlich zu steigern. Hauptsächlich aber wolle Kofler die Programmkosten von jährlich rund 800 Millionen Euro verringern.

Den größten Teil muss Premiere nach Angabe von Analysten für Hollywood-Filme an die Muttergesellschaft KirchMedia zahlen. Die Hollywood-Studios haben aber einen Rabatt bisher abgelehnt, und Kirch ist mit mindestens 6,5 Milliarden Euro selbst in einer Liquiditätskrise.

Tausche Premiere gegen Formel-1

Zu einem Bericht, Murdoch wolle seinen Premiere-Anteil gegen Kirchs Beteiligung an der Formel-1 eintauschen, sagte Schultz, Kirch wolle den Gesellschafterkreis der Formel-1-Gesellschaft Slec ausweiten. Dabei sei vor allem an die Autohersteller gedacht. Weit fortgeschritten seien die Gespräche über den Verkauf von Kirchs Beteiligung an dem profitablen spanischen Sender Telecinco. (APA)

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