Schwere Vorwürfe gegen R.E.M.-Gitarrist Peter Buck vor Gericht

18. März 2002, 22:57
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Stockbesoffen an Bord eines Flugzeugs, Körperverletzung, Sachbeschädigung: "Ich habe mich wie ein Idiot im Urlaub verhalten"

London - Mit der Schilderung einer Serie von Beschimpfungen, Tätlichkeiten und bizarrer Handlungen hat am Montag vor einem Londoner Gericht ein Prozess gegen den Rock-Gitarristen Peter Buck (45) begonnen. Buck, Gründungsmitglied der Gruppe R.E.M., muss sich nach einem Flug von Seattle nach London in der Ersten Klasse eines Jumbo-Jets der British Airways wegen Trunkenheit an Bord eines Flugzeugs, Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten.

Buck habe sich unter anderem nach dem Genuss von 15 Glas Wein in nur drei Stunden in einen "betrunkenen Rüpel" verwandelt, sagte Staatsanwalt David Bate. Als der Flugkapitän ihm schriftlich die Aufforderung brachte, sich ruhig zu verhalten, um eine Umleitung des Jets zum nächsten Flughafen zu vermeiden, habe Buck "dem Kapitän in unmissverständlicher Weise gesagt, wohin sich dieser seine 'gelbe Karte' stecken könne". "Ich bin R.E.M. und ich kann erfinden, dass ich angegriffen wurde", soll Buck gedroht haben.

Idiot in Urlaubsstimmung

Der Musiker, der nach dem Vorfall vom Mai vergangenen Jahres gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurde und im blauen Nadelstreifanzug vor Gericht erschien, bestreitet die Anklage. Nach seiner Festnahme auf dem Flughafen Heathrow hatte Buck der Polizei gesagt, er "bedaure zutiefst" das Geschehene, könne sich aber an nichts mehr erinnern. "Ich habe so etwas noch nie getan, ich habe mich wie ein Idiot im Urlaub verhalten."

Der Anklage zufolge war Buck schon 30 Minuten nach dem Start in Seattle "instabil auf den Beinen". Dann habe er pausenlos nach mehr Wein verlangt. Andere Passagiere beklagten sich über den Zustand der Toilette, nachdem Buck diese benutzte. Buck habe auch versucht, Flaschen aus der Bordküche zu stehlen, und er habe einen Servierwagen für einen CD-Player gehalten.

"Man kann mir nicht sagen, was ich tun darf", wehrte er den Schilderungen zufolge das Einschreiten des Kabinenpersonals ab. Nach einigen Stunden sei Buck endlich eingeschlafen, "zur großen Erleichterung des Personals und sämtlicher Passagiere", erklärte der Staatsanwalt. Er verwies darauf, dass Buck bei allen Vernehmungen erklärt habe, keine Medikamente genommen zu haben, die die Wirkung von Alkohol hätten verstärken können. (APA)

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