Kuntzl fordert Wiedereinführung der Kindergartenmilliarde

18. März 2002, 15:32
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Österreich verhalte sich beim EU-Ziel Ausbau von Betreuungsangeboten widerläufig

Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl kritisierte die Aussagen Bundeskanzler Schüssels in Barcelona, wonach dieser keinen Handlungsbedarf bei der Beseitigung der Hemmnisse zur Frauenerwerbstätigkeit sehe. "Kein Handlungsbedarf kann nur mit geschlossenen Augen gesehen werden", kritisierte Kuntzl und forderte die Wiedereinführung der Kindergartenmilliarde, die arbeitsrechtliche Absicherung während des gesamten Kindergeldbezugs sowie den Ausbau von Wiedereinstiegsmaßnahmen ein. "Stattdessen wird versucht, mit einer Diskussion zum Frauenpensionsalter von den wichtigen Zielen abzulenken", sagte Kuntzl am Montag.

Österreich wirkt EU-gegenläufig

Völlig unglaubwürdig sei Schüssel beim Ausbau der dringend nötigen Kinderbetreuungsplätze, so kuntzl weiter. Bei der Erreichung der Vollbeschäftigung in Europa bis 2010 hielten es die EU-Staats -und Regierungschefs für notwendig, Frauen verstärkt in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die EU-Regierungen erklärten in Barcelona, dass man hierbei allerdings arbeitstätige Frauen bei der Betreuung der Kinder und der Familien besser als bisher unterstützen müsse.

Deshalb wurde das EU-Ziel erklärt, bis 2010 für mindestens 90 Prozent der Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter und für mindestens 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.

"Das Streichen der Kindergartenmilliarde und ein zuständiger Minister Herbert Haupt, der den Bedarf hartnäckig verneint, sprechen allerdings eine andere Sprache. Offenbar handelt es sich hierbei um leere Versprechen auf dem Rücken der Frauen", sagte Kuntzl dazu abschließend.
(red)

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