Internet für Spielsüchtige problematisch

18. März 2002, 15:35
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Mehrheit der Internet-Spiele-User erreicht problematische auf der Spielsucht-Skala

Washington - Menschen mit einer Internet-Spielsucht haben ernsthaftere Spielsucht-Probleme, als jene, die Lotto spielen oder Stunden am Spielautomaten verbringen. Das geht aus einer Studie des University of Connecticut Health Center hervor, die erstmals die Verbreitung der Internet-Spielsucht erhob. Die Studie warnt davor, dass das explosive Wachstum des Internet zu mehr Online-Spielmöglichkeiten und damit zu gesundheitlichen und emotionalen Störungen führen wird. Zu den Beeinträchtigungen zählen Substanzmissbrauch, Depression und sexuelle Verhaltensstörungen, schreiben die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Psychology of Addictive Behaviors (Vol. 16, Nr. 1).

Die Psychologen George Ladd und Nancy M. Petry vom University of Connecticut Health Center untersuchten das Spielverhalten von 389 Personen. Die Ergebnisse zeigten, dass rund elf Prozent Ansätze einer Spielsucht zeigten und 15 Prozent die Kriterien von pathologischen Spielern erfüllten. Obwohl Internet-Spiele mit acht Prozent im Gegensatz zu Lotto mit 89 Prozent, Spielautomaten mit 82 Prozent und Rubbellosen mit 79 Prozent zu den am wenigsten dokumentierten Spielaktivitäten zählten, erreichte die Mehrheit der Internet-Spiele-User Grad zwei und drei auf der Spielsucht-Skala. Level zwei gilt als problematisches , Level drei als pathologisches Spielverhalten. Nur 22 Prozent der Teilnehmer ohne Internet-Spielverhalten erreichten Grad zwei und drei, dem stehen 79 Prozent der Internet-Spielsüchtigen gegenüber.

Internet-Spieler waren vorzugsweise nicht verheiratet und jünger als Internet-Spielverweigerer, bzw. hatten sie einen niedrigeren Bildungsstand und ein geringeres Einkommen. "Das ist erstaunlich, da das Internet bisher mit Personen mit höherem Einkommen bzw. höheren Bildungsniveau in Verbindung gebracht wurde" erklärten die Autoren. Internet-Spiele werden vorwiegend von Menschen gewählt, die nach Isolation und Anonymität für ihre Spielsucht suchen und ihre Sucht verbergen möchten, so die Autoren abschließend. (pte)

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