Krieg in Afghanistan geht laut Angaben von US-General Frank weiter

18. März 2002, 14:16
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Militäreinsatz "Anaconda" laut Franks "ein absoluter Erfolg"

Bagram - Der US-Militäreinsatz "Anaconda" im Osten Afghanistans ist US-Angaben zufolge beendet, der Krieg gehe aber weiter. Dies sagte am Montag US-General Tommy Franks, der die US-Truppen in Afghanistan befehligt. Es sei damit zu rechnen, dass künftige Operationen gegen Kämpfer von Taliban und El Kaida dasselbe Ausmaß hätten, wie der am Montag auslaufende Einsatz in der Gebirgsregion Shahi Kot.

Franks: "Habe schon Vorstellungen über die nächsten Ziele"

Die Suche nach den Gegnern gehe weiter, sagte Franks bei einer Veranstaltung auf dem US-Stützpunkt Bagram. Er habe schon Vorstellungen, wo die nächsten Angriffe stattfinden würden, er wolle dies aber nicht preisgeben. Die "Washington Post" hatte am Vortag berichtet, die USA bereiteten offenbar eine neue größere Offensive gegen restliche Taliban- und El-Kaida-Kämpfer in Afghanistan vor. Rund um die Uhr seien Aufklärungsflugzeuge in der Luft, deren Einsätze sich auf zwei oder drei Gebiete konzentrierten. Das Blatt berief sich dabei auf den US-Generalmajor Franklin Hagenbeck.

Die US-Armee hatte bereits am Sonntag mitgeteilt, dass die "Operation Anaconda" im Wesentlichen abgeschlossen sei. Im Raum Shahi Kot seien die Strukturen der Taliban und der El Kaida zerschlagen worden. Die USA machen die El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden für die Anschläge am 11. September in New York und Washington verantwortlich. In den Höhlen im Raum Shahi Kot hatten sich US-Angaben zufolge Kämpfer der Taliban und der El Kaida neu formiert. Seit dem 7. Oktober führen die USA Krieg in Afghanistan, weil die frühere Taliban-Regierung dem Bin Laden und seinen Leuten Unterschlupf gewährt hatte.

General Frank zeichnete Teilnehmer der Kämpfe von Shahi Kot mit Medaillen aus. Er könne den Soldaten für ihren Beitrag zur Bekämpfung des Terrorismus nicht genug danken, sagte er. "Anaconda" sei ein absoluter Erfolg gewesen. Der Einsatz habe das Ende des Krieges näher gebracht.

Keine Angaben über Anzahl der getöteten Gegner

Franks wollte keine Angaben darüber machen, wie viele gegnerische Kämpfer in der Offensive in der Gebirgsregion von Shahi Kot seit dem 2. März getötet wurden. Das Gebiet sei aber "ein anderer Ort" als vor der "Operation Anaconda", die von massiven Luftangriffen unterstützt wurde. Er glaube auch nicht, dass viele Gegner ins nahe Pakistan entkommen seien. "Was ich gesehen habe, veranlasst mich zu dem Glauben, dass diese Operation ein uneingeschränkter und absoluter Erfolg war."

Hauptmann Steven O'Connor von der 10. Gebirgsdivision sagte zu dem "uneingeschränkten" Erfolg, es gehe gar nicht um die Zählung der getöteten Kämpfer. Die eingesetzten Bomben hätten Menschen auch so zerfetzen können, dass sie nicht mehr identifizierbar seien. Seit Sonntag habe es kein Gefecht mehr gegeben; bei Durchsuchungen seien bisher in 30 Höhlen Munition, Kleidung, Nachschub und Dokumente gefunden worden.

Nach Schätzungen sind 100 bis 400 El-Kaida-Kämpfer entkommen

Amerikanische Offiziere und verbündete afghanische Kommandanten schätzen, dass 100 bis 400 El-Kaida-Kämpfer entkommen sind. Afghanischen Kommandanten sagten, dass in den zweiwöchigen Kämpfen nur wenige Dutzend tote Kämpfer gefunden worden seien und verweisen darauf, dass hunderte Pfade als Fluchtrouten nach Pakistan in Frage kommen.(APA/Reuters/AP)

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