Schüssel: Europa muss stärker als Friedensmacht aktiv werden

18. März 2002, 13:24
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EU sei an einem "kritischen Punkt" - Partnerschaft kleinerer und größerer Länder betont

Wien - Wenn es um die Sicherung von Frieden und Freiheit gehe, seien "Österreich und Europa - auf Sicht gesehen - vielleicht sogar noch mehr gefordert als die Vereinigten Staaten von Amerika", so Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zu den Konsequenzen der Terroranschläge des 11. September. Europa müsse daher "noch viel stärker als Friedensmacht aktiv werden, aber zunächst die Voraussetzungen für eine solche Rolle erfüllen", so Schüssel am Montag im ÖVP-Pressedienst. "Nur, wenn wir in Europa an einem Strang ziehen, werden wir als gleichberechtigter Partner Amerikas einen wirkungsvollen Beitrag zu einer besseren Welt leisten können und damit auch zu mehr Sicherheit für uns selbst".

Man sei diesbezüglich in der europäischen Entwicklung "an einem kritischen Punkt" angelangt, so Schüssel. In den kommenden Monaten und Jahren werde sich entscheiden, "ob der Erfolgskurs der EG bzw. EU der ersten 40 Jahre fortgesetzt werden könne, der wesentlich auf eine bisher einmalige Partnerschaft zwischen größeren und kleineren Ländern" zurückzuführen sei. "Eine solche Partnerschaft muss auch in einer erweiterten Union gesichert werden. Nur dann wird Europa in der Welt eine Rolle spielen können".

Zum Terroropfer-Gedenkkonzert der Wiener Philharmoniker am Sonntag in der St. Patricks Cathedral in Manhattan sagte Schüssel, Musik sei "vielleicht die beste Art, im Namen der Terroropfer ein Zeichen für die Freiheit zu setzen." Europa und Amerika verbinde ein gemeinsames kulturelles Erbe.(APA)

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