Grazer Herz-Kreislaufmonitor in den USA zugelassen

18. März 2002, 13:09
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"Task Force-Monitor 3040" misst alle relevanten Herz-Kreislauf-Werte "ohne blutigen Eingriff"

Graz - Ein in Graz entwickeltes Herz-Kreislauf-Überwachungssystem könnte schon bald in amerikanischen Kliniken zum Einsatz kommen: Die Grazer Firma CNSystems Medizintechnik GmbH erhielt kürzlich von der amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration die Zulassung des vom Unternehmen entwickelten "Task Force-Monitor 3040" für die USA. Dabei handelt es sich laut der Medizintechnikfirma um das weltweit einzige Diagnose- und Monitoringsystem, das alle relevanten Herz-Kreislauf-Werte "ohne blutigen Eingriff" für jeden einzelnen Herzschlag ermittelt und für den Mediziner in Echtzeit darstellen kann.

Die in Graz entwickelte Methode erlaubt unblutig und schmerzfrei eine Abklärung des Herz-Kreislauf-Systems und dessen autonomer Steuerung durch das Gehirn, erklärte Jürgen Fortin, Mitbegründer und Geschäftsführer von CNSystems am Montag. Das Einsatzgebiet des Systems, das in Europa und im Nahen Osten bereits auf dem Markt ist, sei weit: "Der Ersatz von Kathetern in der Kardiologie, die Aufklärung ungeklärter Bewusstlosigkeitszustände, das unblutige Einstellen von Herzschrittmachern und die Überwachung des Herz-Kreislauf-Systems während der Dialyse sind Beispiele für die vielfältigen Möglichkeiten, die wir mit dem Task-Force-Monitor bieten", so Fortin, der in der Zulassung zur Markteinführung in den USA einen "Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens" sieht.

Katheter sind teuer

Bisher wurden für umfassende Herz-Kreislauf-Messungen in erster Linie hochinvasive und risikoreiche Pulmonararterien-Katheter verwendet, die über eine große Arterie bis ins Herz eingeführt werden. Neben möglichen medizinischen Komplikationen brächten diese auch erhebliche finanzielle Belastungen für das Gesundheitssystem mit sich, hieß es von Seiten des Grazer Medizintechniker. So beliefen sich die jährlichen Kosten für die Anwendung solcher Katheter in den USA auf drei Milliarden US-Dollar (3,41 Mrd. Euro), die durch Komplikationen verursachten Folgekosten auf weitere geschätzte 15 Milliarden US-Dollar (17 Mrd. Euro).

Das amerikanische Gesundheitssystem käme der neuen Methode eindeutig entgegen, so Fortin: Vergütungen nicht-invasiver Herz-Kreislaufmessungen, die in Europa noch Zukunftsmusik sind, seien in den USA Standard. Der Trend gehe klar in Richtung patientenschonender Therapieformen: "Die Bedeutung eines FDA-Clearance für CNSystems ergibt sich nicht zuletzt aus der Tatsache, dass die USA knapp die Hälfte des Weltmarktes für Medizintechnik darstellen", so Rupert Grüllenberger, Entwicklungs- und Produktionsleiter der Grazer Firma. (APA)

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