Sieben große Urwaldregionen gibt es noch weltweit

20. März 2002, 20:45
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... alle sind akut von Abholzung bedroht - UNO-Weltforstgipfel beschließt einstimmig Deklaration zum Waldschutz

Im April wird in Den Haag über den Schutz der letzten Urwälder auf dem Urwaldgipfel der UNO verhandelt. Dort treffen sich die Minister der Vertragsstaaten der Konvention für biologische Vielfalt, um einen zehnjährigen Aktionsplan für die Urwälder zu erarbeiten.

Weltweit sind die letzten sieben noch existierenden großen Urwaldregionen akut von Abholzung bedroht. Außer den Urwäldern im Norden Europas gehören dazu die nordischen Urwälder in Sibirien und Kanada, die tropischen Regenwälder am Amazonas, in Zentralafrika und in Südostasien sowie die Bergwälder Chiles.

Jährlich verschwinden davon 150.000 Quadratkilometer Urwald - alle zwei Sekunden ein Fußballfeld. Greenpeace fordert die österreichische Bundesregierung auf, sich dort für einen sofortigen Abholzungsstopp in den Urwäldern einzusetzen.

Deklaration

Der UNO-Weltforstgipfel hat einstimmig eine Deklaration zum Waldschutz beschlossen. Das teilte das Umwelt-, Forst- und Landwirtschaftsministerium in einer Aussendung mit. 189 Staaten stimmten für die Deklaration. Gerhard Mannsberger, der österreichische Delegationsleiter, bezeichnete das Ergebnis als "Durchbruch im bisher sehr zähen Ringen um die Zukunft unserer Wälder".

Unterstrichen wurde laut der Aussendung "die Stärkung nationaler und internationaler Kooperationen im Bereich Finanzen, Handel, Transfer umweltfreundlicher Technologien und dem Aufbau notwendiger Kapazitäten zur Sicherstellung nachhaltiger Waldwirtschaft insbesondere in Entwicklungsländern und Ländern im Übergang zur Marktwirtschaft". Besondere Bedeutung werde weiters der Erarbeitung nationaler Forstprogramme, freiwilligen Wald/Holz-Zertifizierungssystemen, der Stärkung von Forstgesetzen und regionalen Prozessen zum Schutz der Wälder beigemessen, erklärte Mannsberger.

Das nächste derartige Treffen soll 2005 in Genf stattfinden. Dabei soll der Erfolg der gesetzten Maßnahmen überprüft wird und gegebenenfalls weitere Instrumente - z. B. eine Waldkonvention, die bisher laut Forstwirtschaftsministerium am Widerstand insbesondere der USA und Brasiliens gescheitert ist - festgelegt werden. (APA/red)

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