HP/Compaq Deal: Stellenkürzungen befürchtet

20. März 2002, 15:38
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Compaq beschäftigt in Österreich rund 360 Mitarbeiter - In Deutschland wackeln über 1.000 Stellen

München - Im Zuge des geplanten Zusammenschlusses von Hewlett-Packard (HP) mit Compaq befürchten deutsche Arbeitnehmervertreter erhebliche Stellenkürzungen. Mittelfristig erwarte man den Abbau von bis zu 1.000 Stellen in Deutschland, teilten IG Metall und der Compaq-Gesamtbetriebsrat am Mittwoch in München mit. Weitere 800 Arbeitsplätze im ehemaligen Compaq-Hauptquartier in München und eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen bei HP seien gefährdet.

Compaq beschäftigt in Deutschland mehr als 2.500 Mitarbeiter. Allein am Standort München sind es rund 1.000 Beschäftigte. Compaq Österreich musste 2001 einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 308 Mill. Euro hinnehmen. Der Mitarbeiterstand wurde um rund 10 Prozent auf rund 360 Mitarbeiter gekürzt.

IG Metall fordert Gesprächsaufnahme

In einem offenen Brief an das HP-Management fordern die IG Metall und der Betriebsrat von Compaq die sofortige Aufnahme von Gesprächen. Neben dem Erhalt von Arbeitsplätzen gehe es auch um eine sinnvolle Zusammenführung der beiden Unternehmenskulturen. Wegen der großen Unterschiede in den Interessenslagen sei mit erheblichen Konflikten zu rechnen, erklärten die Arbeitnehmervertreter.

Am Mittwoch (Ortszeit) entscheiden die Compaq-Aktionäre über die geplante Fusion der beiden US-Computerriesen. Compaq-Chef Michael Capellas rechnet mit einer deutlichen Mehrheit zu Gunsten des Zusammenschlusses. Nach Einschätzung von HP-Chefin Carly Fiorina haben die Aktionäre von Hewlett-Packard am Dienstag bereits dem Zusammenschluss beider Unternehmen zugestimmt. Das endgültige Ergebnis wird erst in mehreren Wochen vorliegen. (APA)

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