Bagdad nennt Bedingungen für Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren

19. März 2002, 06:54
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Ort und Zeit der Kontrollen müssten bekannt sein - Kuwait lehnt Militäreinsatz gegen den Irak ab

Bagdad/Kairo/Kuwait - Die irakische Führung will einer Rückkehr der UNO-Waffenkontrollore unter bestimmten Bedingungen zustimmen. "Der Irak lehnt die Rückkehr der internationalen Inspektoren ab, es sei denn, sie sagen vorher genau, welche Orte sie durchsuchen wollen und wann ihre Aufgabe beendet sein wird", sagte Vizepräsident Taha Yassin Ramadan in einem Interview mit der arabischen Tageszeitung "Asharq Al-Awsat" (Montagausgabe). Einem arabischen Kontrollkomitee würden die Iraker dagegen Zugang zu jedem Ort im Lande verschaffen, selbst zu den Palästen von Präsident Saddam Hussein.

Den Amerikanern warf Ramadan vor, sie wollten die Inspektionen nutzen, um vor einem neuen Angriff auf den Irak neue Geheimdienst-Informationen zu sammeln. Auch der Nahost-Gesandte Anthony Zinni sei nur deshalb erneut in die Region geschickt worden, "um die Situation bei den Palästinensern zu beruhigen, so dass die USA freie Hand bei der Umsetzung ihrer Pläne gegen den Irak haben", sagt er.

Ziel der Nahost-Reise von US-Vizepräsident Richard Cheney sei es, die Ziele des Gipfels der Arabischen Liga in Beirut kommende Woche im Vorfeld zunichte zu machen. Saddam Hussein werde an dem Gipfel nicht teilnehmen, "da dies die Umstände nicht erlauben", sagte Ramadan.

Kuwait will einen Militäreinsatz gegen den Irak derzeit nicht unterstützen. "Die gegenwärtigen Umstände sind nicht günstig", sagte der kuwaitische Vize-Regierungschef und Außenminister Scheich Sabah El Ahmed El Sabah nach Gesprächen mit Cheney am Montag in Kuwait. Durch einen Angriff würde die irakische Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen, nicht aber das Regime des irakischen Staatsführers Saddam Hussein getroffen, betonte er. Cheney reist seit bereits seit Tagen durch zehn Staaten im Nahen Osten, um mit Staats- und Regierungschefs in der Region über die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus zu reden.

Zuvor hatte bereits Saudiarabien den USA seine Unterstützung für ein militärisches Vorgehen versagt und Washington stattdessen zu größeren diplomatischen Anstrengungen aufgefordert, um den Irak zur Einhaltung internationaler Resolutionen zu bewegen.(APA/dpa)

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