Hauptfigur in belgischer Politaffäre begeht Selbstmord

18. März 2002, 17:05
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Ehemaliger Regionalminister nahm vermutlich eine Überdosis Medikamente

Lüttich - Der in einen der undurchsichtigsten Politkrimis Belgiens verwickelte Ex-Regionalminister Alain Van der Biest hat in der Nacht zum Montag in Grace-Hollogne bei Lüttich Selbstmord begangen. Der 58 Jahre alte Van der Biest habe vermutlich eine Überdosis Medikamente genommen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Van der Biest war verdächtigt worden, den Mord an dem früheren sozialistischen Spitzen-Politiker Andre Cools (1927 bis 1991) angestiftet zu haben. Das Attentat auf Cools ist auch nach zehn Jahren nicht völlig aufgeklärt. Cools soll nach früheren Presseberichten in Waffengeschäfte verwickelt gewesen seien. 1998 waren die tunesischen Mörder von Cools von einem Gericht in Tunis zu einer Haftstrafe von je 25 Jahren verurteilt worden.

Der Ministerpräsident der wallonischen Regionalregierung, Jean- Claude Van Cauwenberghe, sagte laut Belga, der Selbstmord von Van der Biest werde das Ende der Ermittlungen zum Cools-Mord nicht erleichtern. Van Cauwenberghe hob den großen Druck der Justiz und der Medien hervor, unter dem Van der Biest gestanden habe. Van der Biest war ausgebildeter Französisch- und Italienisch-Lehrer und veröffentlichte vier Romane.(APA/dpa)

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