Portugals Wahlsieger Durao Barroso: Karrierepolitiker ohne Charisma

18. März 2002, 09:50
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Vom Maoisten zum Liberal-Konservativen

Lissabon - Der Sieger der portugiesischen Parlamentswahlen, Jose Manuel Durao Barroso, ist alles andere als ein charismatischer Politiker. Der Politiker mit dem freundlichen, aber etwas unsicher wirkenden Blick war bis vor kurzem sogar in seiner eigenen Partei, der liberal-konservativen Partei PSD (Sozialdemokratische Partei), umstritten gewesen.

Viele Parteifreunde hielten dem 45-Jährigen vor, als Oppositionsführer zu blass gewesen zu sein und keine klare Alternative zu den Sozialisten aufgezeigt zu haben. Die große Stunde des Durao Barroso schlug im vorigen Dezember, als seine Partei bei den Kommunalwahlen einen überwältigenden Sieg errang, den niemand erwartet hatte,

Während der "Nelkenrevolution" im April 1974, die in Portugal die Rückkehr zur Demokratie einleitete, war Durao Barroso in einer kleinen maoistischen Gruppe organisiert. Er wandte sich aber schon bald von der radikalen Linken ab und trat der PSD bei. Im Alter von 29 Jahren wurde er Staatssekretär im Innenministerium, wechselte später ins Außenministerium und wurde 1992 zum Außenminister ernannt.

Nach der Wahlniederlage der PSD 1995 scheiterte er mit dem Versuch, Parteichef zu werden. Dies gelang ihm 1999 nach einem heftigen innerparteilichen Machtkampf. (APA)

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