Djukanovic verliert Mehrheit

18. März 2002, 09:34
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Regierungskrise in Montenegro wegen Abkommens mit Serbien

Podgorica/Belgrad - Montenegros Präsident Milo Djukanovic verliert die Unterstützung seiner Koalitionspartner im Parlament. Die Sozialdemokratische Union will aus der Regierung austreten. Der Liberale Bund kündigte am Wochenende an, der Minderheitsregierung seine Unterstützung zu entziehen. Beide Parteien verkündeten, das Abkommen über den Fortbestand eines gemeinsamen Staates "Serbien und Montenegro", das Djukanovic unter starkem Druck der EU unterzeichnet hat, sei "skandalös" und "katastrophal" für Montenegro. Djukanovic habe den Koalitionsvertrag, der ein Referendum über die Unabhängigkeit Montenegros vorsieht, und den Willen der Wähler verraten, denen er einen selbstständigen Staat versprochen habe. Die Regierungskrise könnte zu vorgezogenen Parlamentswahlen führen.

Serbien und Montenegro haben sich vergangene Woche auf eine lose Konföderation mit getrennter Wirtschaft, aber einem UNO-Sitz und einem Minimum an gemeinsamen Institutionen geeinigt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.3.2002)

STANDARD- Korrespondent Andrej Ivanji
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