"Licht am Ende des Tunnels"

18. März 2002, 19:13
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Tourismusbranche sieht Aufwärtstrend - Krise nach Terroranschlägen in den USA kostete zehn Millionen Stellen

Berlin - Nach Verlusten wegen der Terroranschläge in den USA und der Konjunkturschwäche ist die Tourismusbranche wieder optimistischer gestimmt. Mitte des Jahres werde sich die Zahl der Reisenden normalisieren und auf das ganze Jahr gesehen um drei Prozentpunkte zulegen, prognostizierte der Generalsekretär der Welt-Tourismus-Organisation (WTO), Francesco Frangialli, am Rande der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin.

"Unsere Industrie hat die schwerste Krise ihrer Geschichte durchgemacht, und jetzt sehen wir Licht am Ende des Tunnels", sagte Frangialli. Schon im Jänner und Februar sei die Nachfrage deutlich stärker gewesen als im November und Dezember. Im dritten Quartal sei vor allem für Europa, Afrika, das westliche Mittelmeer und die Karibik die Rückkehr zur Normalität zu erwarten.

Zehn Millionen Arbeitsplätze verloren

Nach einer Studie des internationalen Branchenverbandes World Travel & Tourism Council (WTTC) gingen durch die Krise in den vergangenen Monaten zehn Millionen Arbeitsplätze verloren. Dabei wurden nicht nur der Tourismus, sondern auch verwandte Bereiche wie die Transportwirtschaft berücksichtigt. Nach WTTC-Berechnungen hatten die USA und Deutschland die größten Einbußen hinzunehmen. Für die USA schätzt der Verband den Umsatzverlust für 2001 und 2002 auf rund 92 Mrd. Dollar und für Deutschland auf knapp 25 Mrd. Dollar (28,4 Mrd. Euro).

Heuer ein Umsatzplus

Etwa zwei Drittel der verloren gegangenen Arbeitsplätze können aber binnen kurzer Zeit wieder neu geschaffen werden, erklärte WTTC-Präsident Jean-Claude Baumgarten in Berlin. Der Verband rechnet sogar mit einem Umsatzzuwachs in der Reisebranche von bis zu sechs Prozentpunkten heuer.

Der Aufwärtstrend wird von den Fluglinien bestätigt. Von April an will die deutsche Lufthansa zehn der 43 Maschinen wieder einsetzen, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 stillgelegt wurden. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, Printausgabe 19.3.2002)

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