Reichhold droht EU mit hoher Lkw-Maut im Alpentransit

18. März 2002, 08:50
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Falls Mengenbeschränkung aufgehoben wird, will der Verkehrsminister mit Nachtfahrverboten antworten

Salzburg - Einen härteren Kurs in der Transitpolitik kündigte Infrastrukturminister Mathias Reichhold (F) auf einer Bürgerversammlung in Zederhaus im Salzburger Lungau an. Falls die EU bei der geplanten Aufhebung der Mengenbeschränkung von Lkw- Transitfahrten nicht einlenke, werde man mit Nachtfahrverboten antworten, betonte Reichhold laut einer ORF-Berichterstattung von Sonntag.

Notfalls "werden die Menschen die Autobahnen blockieren", diese Drohung schickte Reichhold an die EU-Kommission. Österreich werde all seine nationalen Möglichkeiten ausschöpfen. Als Maßnahmen wolle er neben Nachtfahrverboten auf den Autobahnen auch strenge Lkw- Kontrollen und eine hohe Maut für Transit-Lkw setzen. Nur dann werde es auch für die Transportunternehmer interessanter sein, die Schiene zu nutzen, betonte der Infrastrukturminister.

Der Bürgermeister von Zederhaus, das unmittelbar neben der Tauernautobahn liegt, setzt jetzt große Hoffnungen auf Reichhold. "Wir hoffen, dass wir mit dem neuen Minister einen Verbündeten haben", sagte Alfred Pfeifenberger bei der Bürgerdiskussion. Wie berichtet, fordern die Bürger des lärmbelasteten Ortes auch vehement den Bau einer zweiten Tauerntunnel-Röhre.

Die Lungauer Gemeinde ist von der steigenden Verkehrsbelastung auf den Transitrouten besonders betroffen. 14.000 Fahrzeuge fahren täglich im Schnitt über die Tauernautobahn. In 20 Jahren könnten es laut Experten bis zu 40.000 sein, meinte Reichhold bei der Bürgerveranstaltung. (APA)

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