Kinder brauchen Fernsehen

17. März 2002, 15:32
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Experte: "Wenn Kinder heute zu kompetenten Erwachsenen heranwachsen wollen, müssen sie fernsehen"

Fernsehen ist nach Ansicht von Wissenschaftern wichtig für die Entwicklung von Kindern. "Wenn Kinder heute zu kompetenten Erwachsenen heranwachsen wollen, müssen sie fernsehen", sagte der Medienwissenschafter Hans Dieter Erlinger dem Nachrichtenmagazin "Focus". Unterstützt wird er von seinem Kollegen Dirk Ulf Stölzel: "Ich halte es für gefährlich, Kinder TV-abstinent zu erziehen. Fernsehen gehört zur gesellschaftlichen Wirklichkeit."

"Entspannung und Spaß"

Was finden die Kleinen nur so toll an der "Flimmerkiste"? Darauf gibt es laut den von dem Nachrichtenmagazin zitierten Wissenschaftlern mehrere Antworten: Fernsehen biete Kindern "Entspannung und Spaß", es befähige sie zum "Mitreden" in der Gruppe, es biete mit "Identifikationsmöglichkeiten und Rollenvorbildern" Tipps fürs "Größerwerden" und es werde als "Wissensvermittler und Schaufenster zur Welt" für Kinder immer wichtiger.

Das Medium Fernsehen "kompetenz" handhaben

Der Kritik von Kinderärzten, Lehrern und Sprachheilpädagogen an exzessivem Fernseh-Konsum von Kindern setzen die Medienwissenschafter in dem Beitrag die Forderung an die Eltern entgegen, mit gutem Beispiel voranzugehen und das Medium Fernsehen "kompetent" zu handhaben: Gezielt auswählen, einschalten, zuschauen und wieder abschalten üben. "Kinder müssen fernsehen lernen wie Rad fahren", fordert die Kommunikationswissenschafterin Ingrid Paus- Haase.

Die Verweildauer deutscher Kinder im Alter von drei bis dreizehn Jahren vor dem Fernseher ist laut "Focus" seit Jahren nahezu konstant und lag im vergangenen Jahr durchschnittlich bei 98 Minuten pro Tag. Zum Vergleich: Bei Erwachsenen waren es 205 Minuten. (APA)

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