Wachsender Widerstand gegen Blairs Kriegspläne

17. März 2002, 14:16
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Britische Presse: Erstmals offene Spekulationen um Ablöse als Premierminister

London - In der regierenden britischen Labour-Partei und bei den Streitkräften wächst nach Presseberichten der Widerstand gegen eine mögliche Beteiligung Großbritanniens an einem Krieg der USA gegen den Irak. Erstmals werde dabei in der Labour-Fraktion des Unterhauses auch von einer Ablösung von Premier Tony Blair gesprochen, berichtete die "Sunday Times". Neuer Premierminister solle dann sein alter Rivale, Finanzminister Gordon Brown, werden.

Nicht nur Angehörige des linken Parteiflügels haben Blair demnach offen davor gewarnt, an der Seite von US-Präsident George W. Bush in den Krieg zu ziehen. Auch Innenminister David Blunkett, ein bisher treuer Gefolgsmann von Blair und keineswegs als Linker bekannt, sei besorgt über den derzeitigen Kurs. Der "Sunday Telegraph" zitierte ihn mit den Worten: "Wir können den Irak nicht vom Nahost-Konflikt trennen, oder wir werden international und in Großbritannien schwere Unruhen erleben."

Die britische Armeeführung hat Blair nach Informationen des "Observer" gewarnt, dass ein Krieg gegen den Irak nicht zu gewinnen sei. Da kein potenzieller Nachfolger für Präsident Saddam Hussein bereitstehe, sei es höchst unwahrscheinlich, dass das Regime nach den ersten Angriffen schnell zusammenbrechen werde. Den USA und Großbritannien drohe der Tod vieler Soldaten "für geringen politischen Gewinn". Blairs Zustimmungsrate ist in den vergangenen vier Wochen nach einer Umfrage von 69 auf 49 Prozent gesunken. (APA)

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