Diskussion um Kathpress-Zukunft

17. März 2002, 12:48
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Gutachten empfiehlt Abschlanken der Agentur

Die katholische Nachrichtenagentur Kathpress soll durch eine Reduktion der Aufgaben abgeschlankt werden. Das empfiehlt nach einem Bericht des "profil" ein Gutachten der Unternehmensberatungskanzlei Roland Berger. Die Zukunft der Kathpress soll auf der Tagesordnung der Bischofskonferenz stehen, die in der kommenden Woche in Vorarlberg tagt.

Die Kathpress kostet der Bischofskonferenz jährlich eine knappe halbe Million Euro. Mit dem von den Beratern vorgeschlagenen so genannten "Nukleus-Modell" sollen die Zuschüsse eingedämmt werden. Kathpress-Chefredakteur Erich Leitenberger bestreitet laut "profil" die Existenz des Reformpapiers. Die Umsetzung der Reform dürfte auch am Widerstand von Kardinal Christoph Schönborn scheitern.

Medienbischof Egon Kapellari erklärt zur Diskussion: "Wir werden keine Institution abschaffen, sondern nur Synergien suchen. Die Kathpress bleibt jedenfalls bestehen, eine Kostenexplosion darf es aber nicht geben."

Einen gänzlich anderen Zugang hat St. Pöltens Bischof Kurt Krenn. Er lässt gegenüber "profil" Kritik an der bischöflichen Unentschlossenheit anklingen: "Es würde mich wundern, wenn sich was ändert. Ich finde das nicht gut, denn es ist klar zu wenig, was man hier tut."

Mittelfristig sieht Krenn die Kathpress sogar existenziell bedroht: "Die Kirche in Österreich gibt es auch ohne Kathpress. Ich will heute nicht von einer Einstellung sprechen, aber mittelfristig kann ich mir das vorstellen." Bedauern würde Krenn dieses Szenario nicht sehr: "Ich kenne nicht viele Leute, die der Kathpress eine Träne nachweinen würden. Das wäre kein großer Schaden für die Kirche." (APA)

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