Flüchtlingsschiff in Catania angekommen

19. März 2002, 12:22
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Mit mehr als tausend Personen, davon 300 Kinder - Notstandsmaßnahmen geplant

Rom - Ein Schiff mit rund 1.000 Flüchtlingen an Bord ist am Montag im Hafen der sizilianischen Stadt Catania eingetroffen. An Bord befanden sich laut den Hafenbehörden hauptsächlich Kurden, darunter ungefähr 300 Kinder. Das Schiff "Monika", das laut den Berichten einiger Flüchtlingen aus einem libanesischen Hafen abgefahren war, wollte offiziell nach Tunis weiterfahren. Das Schiff war in der Nacht gesichtet worden und von der italienischen Marine in Schlepptau nach Catania gebracht worden.

Laut Ärzten, die Erste Hilfe leisteten, litten die Immigranten unter Hunger und Durst. Eine Frau wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus nahe Catania transportiert, nachdem sie auf dem Schiff ein Kind zur Welt gebracht hatte. Die Flüchtlinge sollen nun in einigen Aufnahmelagern untergebracht werden.

Lega Nord-Sprecher: Immigrationsgesetzt ungenügend

Die neue Immigrationswelle, die in den letzten Wochen stark zugenommen hat, droht in Rom eine neue Polemik anzufachen. "Das Problem der illegalen Immigration muss mit schärferen Methoden bekämpft werden. Auch das strengste Immigrationsgesetz wird nicht genügen, wenn die Immigranten nicht sofort nach ihrer Ankunft ausgewiesen werden", sagte ein Sprecher der Lega Nord (Regierungspartei), Alessandro Ce.

Im römischen Parlament wird derzeit ein Gesetzprojekt diskutiert, nach dem auch die Marine im Kampf gegen Schlepperbanden eingesetzt werden können, die täglich Hunderte von Menschen über die Adria und das Mittelmeer nach Italien schleusen. Das neue Immigrationsgesetz sieht unter anderem vor, dass nur Immigranten mit einem Arbeitsvertrag eine Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Italiens Innenminister plant wegen Flüchtlingen Notstandsmaßnahmen

Der italienische Innenminister Claudio Scajola hat am Montag Notstandsmaßnahmen wegen des Flüchtlingswelle in Süditalien angekündigt. Die Behörden an Ort und Stelle sollten größere Kompetenzen erhalten, sagte Scajola dem italienischen Fernsehsender RAI. Die Maßnahmen würden vom Ministerrat in Rom am Mittwoch beraten, fügte er hinzu. (APA)

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