Verhaltener Optimismus im heimischen Fremdenverkehr

17. März 2002, 15:43
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Sieben Millionen Euro für Tourismus-Werbung in Österreichs Nachbarschaft

Berlin - Ein Halten der Ergebnisse des letzten Rekordwinters, verhaltener Optimismus für die Sommersaison. Das sind die Erwartungen der Österreich-Werbung auf der seit gestern in Berlin stattfindenden größten Reisemesse der Welt, der Internationalen Tourismusbörse ITB. Deutschland bleibt Hauptmarkt für den österreichischen Tourismus. Erstmals waren im Gesamtjahr 2001 wieder zehn Millionen deutsche Gäste ins Land gekommen, der größte Konkurrent als Destination bleibt allerdings Deutschland selbst für Österreich.

"Es ist total unterschiedlich", sagte der Quellmarktmanager der Österreich-Werbung, Alfred Cossmann heute vor Journalisten am österreichischen Messestand: Neckermann melde ein zweistelliges Plus, andere Veranstalter wiesen derzeit eine negative Buchungssituation auf. Viele Busunternehmer würden für den Sommer Zuwächse von fünf Prozent verzeichnen, sagte Cossmann. Das hänge mit der augenblicklichen Zurückhaltung bei Fernreisen zusammen. 17 Prozent der Deutschen seien noch unentschlossen.

Stück vom Kuchen

"Wir glauben, da können wir uns ein großes Stück vom Kuchen abschneiden", hofft der Österreich-Werbungs-Manager Cossmann, zumal Österreich ein Spätbucherland sei. "Die Prognose wird immer schwieriger, weil Österreich verstärkt ein Zweit- und Dritt-Urlaubsland wird", sagte der Chef des oberösterreichischen Landestourismusverbands, Karl Pramendorfer. Auch er glaubt, dass es Österrreich hilft, wenn die Menschen derzeit lieber in den Urlaub fahren statt zu fliegen.

Deshalb sei derzeit geplant, sieben Millionen Euro noch vor der Sommersaison in die Werbung zu investieren. Für die Hälfte des Betrages liege laut Tourismus-Staatssekretariat eine Zusage des Finanzministers vor, die andere Hälfte müsse noch vom Wirtschaftsministerium dazukommen. Von anderen Märkten kämen hingegen uneingeschränkt positive Signale, sagt Alfred Cossmann und nennt Belgien, die Niederlande und Großbritannien: "Doch die Konkurrenz gibt extrem viel Gas. Wir müssen uns warm anziehen für den Sommer."

Tourismus-Staatssekretärin Marès Rossmann zeigte sich in Berlin zufrieden mit der Entwicklung, kritisierte allerdings, dass es zu wenige All-Inclusive-Angebote in Österreich gebe. Alfred Cossmann bestätigte, dass Österreich auch aus der Sicht der Reiseveranstalter noch ein Manko im All-Inclusive-Angebot habe: "Sie wollen einen Destination Manager und nicht jede Einzelleistung mit dem Hotel und der Schischule und anderen aushandeln müssen." Dies sei eine große Hemmschwelle für die Reise-Veranstalter. (APA)

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