Jugendliche schreiben für Jugendliche im Web

17. März 2002, 09:58
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"Musenalp": Zeitschriften-Phänomen für Internet wiederbelebt

Die Grundidee eines ungewöhnlichen Zeitschriftenerfolges ist für das Internet wiederbelebt worden: "Was früher Leser schreiben für Leser geheißen hat, heißt jetzt User schreiben für User", erklärt Othmar Beerli zum Konzept des Portals "Musenalp Worldwide Online", das sich als ein Forum für "Junge und jung Denkende" versteht. Ebenso wie in den von Beerli gegründeten und herausgegebenen Gratis-Zeitschriften "Musenalp Express" und "Musenalp Magazin", die in der Zeit ihres Bestehens Rekordauflagen erreichten, sollen dort Texte und Fotos Jugendlicher über das Web einer weltweiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Vermischtes

Gedichte und Meinungsbeiträge sind dabei ebenso gefragt wie Interviews, Reise- oder Erlebnisberichte. Beerli lässt wie schon bei seinen Leserzeitschriften "völlige künstlerische Freiheit" walten. Man habe mit dieser Strategie "nie Probleme" gehabt, so der Herausgeber. Einzige Voraussetzung ist, dass die Verfasser – kostenlos – eine User-ID lösen und nicht anonym auftreten.

Brückenfunktion

Die Web-Neauflage von "Musenalp" soll laut Beerli auch "Brücken zwischen Kulturen und Nationen" aufbauen. In diesem Sinne sollen der deutschen Fassung Versionen in zahlreichen anderen Sprachen, darunter auch Hindi und Urdu, folgen. Unterstützung für sein Projekt hat der Herausgeber bei der 12. Internationalen Deutschlehrertagung in Luzern gefunden: Rund 1.500 Lehrer auf aller Welt würden ihren Schülern empfehlen, bei "Musenalp" mitzumachen.

Vorläufer

Beerli hatte 1976 die Leserzeitschrift "Musenalp Express", benannt nach einer Schweizer Alm südlich von Luzern, gegründet, die laut eigenen Angaben eine Auflage von 330.000 Exemplaren erreichte. Das 1988 in Deutschland gestartete "Musenalp Magazin", das mit der Unterstützung der Bundespost und der Bundesbahn sowie zahlreichen anderen Partnern kostenlos in jedem Postamt auflag, erreichte sogar eine Auflage von rund 1,25 Millionen Nach der Post- und Bahnreform nach der Wende in Deutschland erwies sich das Projekt auf Grund der Druck- und Verteilkosten als nicht mehr finanzierbar. Die im Januar dieses Jahres gestartete Online-Ausgabe wird laut Beerli derzeit durch "Freiwilligenarbeit" finanziert. Unterstützung erwartet man sich von Stiftungen. Derzeit zeichnet ein sechsköpfiges Team für "Musenalp Worldwide Online" verantwortlich. (pte)

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