"Virtual reality"-Technologie unterstützt Petrochemie

17. März 2002, 12:00
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Errichtung einer neuen Shell-Anlage mit Hilfe der NASA

Houston - NASA-Ingenieure haben eine "Virtual reality"-Software entwickelt, die nun von petrochemischen Unternehmen zur Simulation der Planung und Errichtung komplexer Einrichtungen genutzt wird. Ursprünglich diente die am NASA Ames Research Center entwickelte Software Mars-Forschern zur Fernsteuerung von Raumschiffen in einer virtuellen Umwelt. Jetzt erhielt das Unternehmen Reality Capture Technologies (RCT) im kalifornischen San Jose die Lizenz zur Weiterentwicklung der Plattform.

RCT will das Produktivitäts- und Lebenszyklus-Informationsmanagement-Tool bei einer neuen Shell Fertigungsanlage, die derzeit in Geismar, Los Angeles, errichtet wird, einsetzen. "Die Software ermöglicht Shell, Verfahren zu kreieren und zu validieren. Daneben ist es möglich, die Machbarkeit der Konstruktion zu überprüfen und ein Training in einer virtuellen Umwelt Monate vor Bauende zu beginnen", erklärte RCT-CEO Ted Blackmon.

Die Software ermöglicht es Ingenieuren, die Bedingungen in der Anlage zu simulieren, um die Durchführbarkeit im Sinne von Kosten- und Ressourcen-Planung zu evaluieren. Beschäftigte können operative Verfahren selbst gestalten, trainieren und die Ergebnisse dokumentieren. "Dabei ist die Software sehr einfach", unterstreicht Blackmon, und vergleicht sie mit einem Videospiel, wo man mit dem Joystick in der Hand in der virtuellen Welt spaziert, um perfekte Arbeitsabläufe zu garantieren. "In diesem Fall handelt es sich um eine noch nicht vollständig errichtete Shell-Fabrik", ergänzte der CEO. Wird das Software-System, das während der Gestaltungsphase eingesetzt wird, mit jenem der Errichtungs-Phase, kombiniert, erhält der User virtuellen Zutritt zur Baustelle. Projektplaner können so die Errichtung effizienter managen und im Fall einer Konstruktionsänderung schneller agieren. (pte)

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