Nigeria: Staatsanwalt bestätigt Steinigungsurteil

18. März 2002, 20:28
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Fünffache Mutter soll wegen Ehebruchs zur Verantwortung gezogen werden

Sokoto - Die Staatsanwaltschaft in Nigeria hat die Umsetzung eines Urteils gefordert, nach dem eine Mutter von fünf Kindern wegen Ehebruchs gesteinigt werden soll.

Die Frau habe in dem Verfahren alle Rechte genossen, die einer Angeklagten zustünden, sagte Staatsanwalt Mohammed Barau Kamarawa. Das Urteil sei nach einer umfassenden Untersuchung des Falls von dem Gericht gefallen.

Das im vergangenen Oktober von einem moslemischen Gericht verhängte Urteil gegen die 33-jährige Safiyatu Hussaini Tungar-Tudu hat international für Proteste gesorgt. Die EU hat Nigeria aufgefordert, das Urteil nicht zu vollstrecken. Das Berufungsgericht will am 25. März entscheiden, ob die Frau gesteinigt wird.

Tungar-Tudu brachte vor einem Jahr eine Tochter zur Welt, die beim Ehebruch gezeugt worden sein soll. Sie hat hingegen angegeben, nicht Ehebruch begangen zu haben, sondern vergewaltigt worden zu sein. Tungar-Tudu dankte am Montag allen Menschen, die sie in dem Verfahren unterstützten. "Ich hoffe, dass am Ende von alledem jeder glücklich sein wird", sagte sie zu Reportern, während sie ihre Tochter in den Armen hielt.(APA/Reuters)

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