Sharon zieht Gesprächsangebot an Palästinenser zurück

17. März 2002, 17:42
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Zinni trifft Arafat in Ramallah

Jerusalem - Bei den Bemühungen um einen Waffenstillstand im Nahen Osten ist Israel zu einem vollständigen Rückzug seiner Truppen aus den Palästinensergebieten bereit, wenn die Autonomiebehörde Sicherheitsgarantien bietet. Dies sagte der israelische Außenminister Shimon Peres am Sonntag im israelischen Armeerundfunk. Zuvor hatten sich Israelis und Palästinenser weder auf die Bedingungen eines Waffenstillstandes noch auf ein Treffen verständigen können.

Sharon zieht Gesprächsangebot zurück

Ministerpräsident Ariel Sharon hatte nach einem Gespräch mit Zinni am Samstagabend ein Gesprächsangebot gemacht. Nachdem die palästinensische Seite und US-Vertreter dies für verfrüht erklärten, zog Sharon das Angebot zurück. Der palästinensische Sicherheitschef in Gaza, Mohammed Dahlan, sagte dem israelischen Fernsehen am Sonntag, man werde sich nicht mit den Israelis an einen Tisch setzen, so lange die Streitkräfte nicht aus den Autonomiegebieten abgezogen sind. Zudem bestehen die Palästinenser nach Dahlans Worten auf politischen Verhandlungen und lehnen reine Waffenstillstandsgespräche ab. Dies lehnte Sharon vor einer Kabinettssitzung am Sonntag ab. Friedensgespräche würden nicht wieder Die US-Botschaft erklärte, Zinni habe viele Vorschläge erörtert, über die weiteren Schritte sei aber noch nicht entschieden worden.

Zinni trifft Arafat zu Gesprächen in Ramallah Pendeldiplomatie im Zeichen von neuer Gewalt

Zinni führt Gespräche mit Arafat

Der US-Nahostgesandte Anthony Zinni ist unterdessen in Ramallah im Westjordanland erneut zu Gesprächen mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat eingetroffen. Zinni und Arafat begannen unverzüglich ihre Unterredungen. In Pendeldiplomatie zwischen Israelis und Palästinensern versucht Zinni einen Waffenstillstand zwischen beiden Konfliktparteien zu erreichen. Als Grundlage dient ihm dabei der Plan von CIA-Chef George Tenet, der eine Sechs-Wochen-Frist ohne Gewalt vorsieht. Zinni war seit seiner Ankunft bereits einmal Arafat sowie mit Israels Ministerpräsident Ariel Sharon und hochrangigen Palästinensern zusammengekommen, darunter Chefvermittler Saeb Erekat. (APA)

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