WTO für Stahlindustriefonds

17. März 2002, 18:12
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US-Finanzminister gegen Stahlzölle

Hamburg/Washington - Der designierte Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Supachai Panitchpakdi, hat einen globalen Fonds für den Umbau der Stahlindustrie in den Entwicklungsländern vorgeschlagen. Der Thailänder Supachai sagte der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) außerdem, ein Schlichtungsverfahren über die von den USA verhängten Schutzzölle auf Stahlimporte löse das Problem auf dem Weltstahlmarkt nicht. Nötig sei ein multilaterales Abkommen zum Abbau der Überkapazitäten.

Die USA erheben ab Ende März für drei Jahre Schutzzölle von bis zu 30 Prozent auf Stahleinfuhren. Die Europäische Union befürchtet Verluste in Höhe von zwei Milliarden Dollar (rund 2,3 Mrd Euro). Sie hat die USA bei der WTO in Genf verklagt.

Globaler Fonds

Die entwickelten WTO-Mitgliedsländer werden soziale Kosten wie die Umschulung entlassener Stahlarbeiter selbst tragen müssen, meinte Supachai, der im September den Neuseeländer Mike Moore an der Spitze der WTO ablöst. "Aber ich schlage einen globalen Fonds vor, aus dem die Kosten der Restrukturierung in ärmeren Ländern gezahlt werden können", sagte er der in Hamburg erscheinenden Zeitung.

O´Neill gegen Stahlzölle

US-Finanzminister Paul O'Neill lehnt die von der amerikanischen Regierung beschlossenen Schutzzölle nach einem Bericht der "New York Times" vom Samstag ab. Der Minister habe kürzlich vor einer Gruppe von außenpolitischen Experten zu verstehen gegeben, dass in den USA dadurch mehr Arbeitsplätze verloren gingen als gerettet würden. Er halte an seiner langjährigen Position fest, dass Schutzzölle den Interessen der Nation als "Führerin" im Streben nach freiem Handel schadeten. (APA/dpa)

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