FPÖ-Kritik an Drakennachfolge

16. März 2002, 16:51
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Gudenus lehnt Ankauf strikt ab - "24 Flugzeuge sind im Frieden zu viel, im Krieg zu wenig"

Wien - Der Wiener FPÖ-Bundesrat John Gudenus spricht sich strikt gegen den Ankauf von neuen Abfangjägern aus. Wie Gudenus, neben seiner politischen Tätigkeit Oberst im Landesverteidigungsministerium, betonte, sei der 1,8 Milliarden Euro teure Kauf "nicht vertretbar" und letztlich "vergeudetes Geld". Seine Begründung: "24 Flugzeuge sind im Frieden zu viel, im Krieg zu wenig."

Als Oberst des Bundesheeres spricht er sich dafür aus, statt der Investition in die Luftstreitkräfte die Ausrüstung des Heeres zu verbessern. Konkret nennt er die Erneuerung des Truppen-Funks, neues Pionier-Gerät, neue Kraftfahrzeuge und moderne Kampfanzüge. Besser als Abfangjäger wäre auch nach Ansicht von Gudenus, die Option auf drei weitere Hubschrauber der Marke "Black Hawk" zu nutzen. Damit würde das Heer über zwölf Maschinen verfügen, die Staffel wäre komplett.

Teuer und ineffizient

Auf europäischer Ebene werde heute die Meinung vertreten, dass sich kleine Staaten eine teure Luftwaffe nicht leisten könnten. Auch sei man in militärischen Kreisen überzeugt, dass mit Abfangjägern Terroranschläge nicht zu verhindern seien, so der FPÖ-Politiker.

Laut Gudenus gebe es auch "in weiten Teilen" des Militärs in Österreich große Skepsis, die jedoch öffentlich nicht geäußert werde. Man sei auch im Bundesheer überzeugt, dass eine Luftraumüberwachung über moderne Radareinrichtungen effektiv erfolgen könne. Mit seinem Parteikollegen, Verteidigungsminister Herbert Scheibner - der sich vehement für neue Abfangjäger ausspricht -, habe er, Gudenus, noch nicht gesprochen. Gudenus meint, dass seine Partei die Stimmung in der Bevölkerung nicht übergehen dürfe. Schließlich sei die überwiegende Mehrheit der Österreicher gegen neue Abfangjäger. "Freiheitliche Politiker sollten darauf Rücksicht nehmen."

Als Seniorenvertreter seiner Partei verweist Gudenus auch auf die Situation der Pensionisten: "Die Pensionisten haben die geringen Anpassungen geschluckt. Die älteren Menschen haben aber wenig Verständnis, wenn bei den Pensionen gespart wird, dafür aber eines der teuersten Militärgeräte angekauft werden soll." (APA)

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