Russland bekräftigt Ablehnung von US-Raketenabwehrplänen

16. März 2002, 16:29
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Iwanow: "US-Rückzug von ABM-Vertrag widerspricht Interessen der internationalen Gemeinschaft"

Moskau - Russland hat am Samstag seine Ablehnung der US-Pläne für ein nationales Raketenabwehrsystem bekräftigt. Zugleich kündigte die Regierung in Moskau an, die Gespräche mit den USA über die Reduzierung der Atomwaffenarsenale fortzusetzen.

Die USA hatten Ende des vergangenen Jahres den 1972 mit der damaligen Sowjetunion geschlossen ABM-Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen gekündigt. "Der Rückzug der USA vom ABM-Vertrag stehe im Widerspruch der Interessen der internationalen Gemeinschaft", sagte der russische Außenminister Igor Iwanow dem Sender Radio Majak. Wenige Stunden zuvor hatten die USA nach eigenen Angaben einen Test für ihr umstrittenes Raketenabwehrsystem erfolgreich abgeschlossen.

Neuer Rüstungswettlauf

Die USA wollen sich mit einem landesweiten Raketenabwehrsystem nach eigenen Angaben gegen Angriffe von Staaten wie Nordkorea, Iran und Irak schützen, die sie als unberechenbar einstufen. Vor allem Russland und China lehnen die US-Pläne ab. Sie befürchten, dass sie zu einem neuen Rüstungswettlauf führen.

Nach der amerikanischen Kündigung des ABM-Vertrages drängt Russland nun auf ein neues strategisches Abkommen mit den USA. Die US-Regierung hat sich dazu bisher zurückhaltend gezeigt. "In den USA gibt es Kräfte, die kein Abkommen mit Russland oder irgendeinem anderen Land wollen", sagte Iwanow dazu im Rundfunk weiter. "Aber wir werden die Gespräche fortsetzen, um Vereinbarungen zu erreichen." Russland und die USA planen, ihre Atomwaffenarsenale von derzeit jeweils 6000 bis 7000 Sprengköpfen um zwei Drittel zu reduzieren. (APA/Reuters)

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