Emirate wollen keinen Angriff gegen Irak

16. März 2002, 15:55
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Cheney nach Saudiarabien weitergereist

Dubai/Bagdad/Kairo - Der amerikanische Vizepräsident Richard Cheney hat auf seiner Nahost-Tour auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) keine Unterstützung für einen möglichen US-Angriff auf den Irak gefunden. In einer am Samstag nach seinem Besuch in Abu Dhabi veröffentlichten Erklärung hieß es, Staatspräsident Scheich Zaid Bin Sultan Al Nahayyan habe Cheney darüber informiert, "dass die VAE jeden Militärschlag gegen den Irak ablehnt". Er habe Washington geraten, sich in Geduld zu üben. Gleichzeitig versprach Scheich Zaid, sein Land werde alle internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Terrorismus unterstützen.

Die USA üben Druck auf Bagdad aus, die 1998 ausgewiesenen UN- Rüstungskontrolleure wieder ins Land zu lassen und drohen im Verweigerungsfall mit militärischen Maßnahmen. In den vergangenen Tagen hatte Cheney bereits in mehreren arabischen Staaten Unterstützung für den harten Kurs Washingtons gegenüber dem Regime von Präsident Saddam Hussein gesucht. Bisher hat er von keiner Regierung der Region dafür grünes Licht erhalten. Am Samstag wurde Cheney in Saudiarabien erwartet.

Die irakische Zeitung "Babil" forderte die USA und Großbritannien unterdessen auf, "in ihrem Verhältnis zu den arabischen Staaten eine neue Seite aufzuschlagen". Dafür müssten sie ihre Unterstützung für "die Zionisten" (Israel) stoppen, schrieb am Samstag die Zeitung, die von Saddam Husseins ältestem Sohn Udai geleitet wird. (APA/dpa)

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